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Von Sportwagen bis T-Bone-Steaks: Mann aus dem Kreis Northeim wegen Diebestour angeklagt

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Von: Heidi Niemann

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Der Eingang zum Landgericht Göttingen.
Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Dort ist nun ein 32-jähriger Mann wegen verschiedener Taten angeklagt. (Symbolbild) © Bernd Schlegel

Ein 32-jähriger Mann aus dem Kreis Northeim soll bei diversen Einbrüchen jede Menge Beute gemacht haben. Nun steht er vor dem Landgericht Göttingen.

Göttingen/Nörten-Hardenberg – Einbrüche, Diebstähle, Raub, gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte: Wegen dieser und anderer Delikte muss sich nun ein 32-jähriger Mann aus dem Landkreis Northeim vor dem Landgericht (LG) Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten, der seit November 2022 in der JVA Rosdorf in Untersuchungshaft sitzt, insgesamt acht Taten vor. Tatorte waren Göttingen, Eddigehausen und Nörten-Hardenberg, der Tatzeitraum erstreckt sich von Mai 2020 bis Januar 2021.

Diverse Diebstähle und weitere Straftaten: 32-Jähriger aus dem Kreis Northeim vor dem Göttinger Landgericht

In einer dieser Anklagen geht es um Falschgelddelikte; so soll sich der 32-Jährige insgesamt 97 falsche 100-Euro-Scheine und 49 falsche 20-Euro-Scheine beschafft haben.

Die erste angeklagte Tat soll er im Mai 2020 begangen haben. Er soll nachts auf ein Grundstück in Eddigehausen (Kreis Göttingen) eingedrungen und anschließend über die Terrasse in das Haus gelangt sein.

Dort habe er sich einen auf einem Kaminsims liegenden Autoschlüssel geschnappt und sei anschließend mit dem Fahrzeug weggefahren. Der entwendete Sportwagen habe zu der Zeit einen Wert von 40.000 Euro gehabt. Als das Auto längere Zeit danach beschlagnahmt wurde, habe es nur noch einen Zeitwert von 30.000 Euro gehabt.

32-Jähriger stiehlt Sportwagen, T-Bone-Steaks, Gin und Bargeld

Zwei Monate spater soll der Angeklagte im Juli 2020 gegen 5.30 Uhr morgens in ein Café im Göttinger Stadtteil Weende eingebrochen sein und dort 3.300 Euro Bargeld entwendet haben. Während er sich noch im Gastraum befand, erschien der Besitzer. Laut Anklage soll der 32-Jährige mit einer Axt auf diesen zugegangen sein und ihn angeschrien haben.

Der Café-Besitzer habe den Einbrecher zunächst noch die Straße hinunter verfolgt. Er habe dann jedoch aufgeben müssen, weil der flüchtende Angeklagte ihm Pfefferspray ins Gesicht gesprüht habe und ihm dadurch die Augen tränten.

Einige Wochen später erkannte der Café-Besitzer den Angeklagten zufällig in Weende auf der Straße wieder und sprach ihn an. Daraufhin soll der 32-Jährige ihn erneut mit Pfefferspray besprüht haben.

Auf frischer Tat ertappt: Einbrecher geht mit Axt und Pfefferspray auf Göttinger Café-Inhaber los

Zwei Polizisten kamen hinzu und nahmen die Verfolgung auf. Einer von ihnen holte den Angeklagten ein. Als der Beamte ihn zu Boden bringen wollte, sprühte ihm dieser Pfefferspray ins Gesicht. Der Polizist musste daraufhin die Verfolgung abbrechen und wurde ambulant in der UMG behandelt.

Im November 2020 soll der Angeklagte ferner mit einem bislang unbekannten Komplizen nachts in ein Gasthaus in Nörten-Hardenberg (Kreis Northeim) eingedrungen sein. Dort entwendeten sie nicht nur einen kompletten Zigarettenautomaten inklusive der darin befindlichen Tabakwaren, sondern leerten auch die Tiefkühltruhe.

Unter anderem nahmen sie zehn Kilo Rumpsteaks sowie zahlreiche Rinderfilets und T-Bone-Steaks mit, außerdem diverse Kartons mit Tiefkühl-Hähnchenfleisch sowie insgesamt zehn Flaschen Cognac und Gin.

32-Jähriger aus dem Kreis Northeim: Angriff eines Polizeibeamten während einer Verfolgungsjagd

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten das erbeutete Fleisch und die Alkoholika einen Wert von mehr als 1.200 Euro. Anschließend seien die Einbrecher zu Fuß geflohen. Als sie feststellten, dass sie beobachtet wurden, hätten sie den geklauten Zigarettenautomaten in der Nähe der Bundesstraße 3 zurückgelassen.

Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt. Das Gericht hat zunächst acht Verhandlungstage angesetzt und insgesamt 28 Zeugen geladen. Ob diese tatsächlich alle benötigt werden, hängt nicht zuletzt vom Aussageverhalten des Angeklagten ab.

Dessen Verteidiger erklärte zum Prozessauftakt, dass sein Mandant „reinen Tisch“ machen möchte. (pid)

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