Hohe Auszeichnung

Maria Gerl-Plein aus Göttingen erhält das Bundesverdienstkreuz

Kämpft seit Jahrzehnten für Gleichberechtigung und Frauenrechte: Maria Gerl-Plein mit Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler.
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Kämpft seit Jahrzehnten für Gleichberechtigung und Frauenrechte: Maria Gerl-Plein mit Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler.

Göttingens stellvertretende Landrätin Maria Gerl-Plein (Grüne) ist für ihr außergewöhnliches Engagement in der Kommunalpolitik und in der Evangelischen Kirche vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Göttingen – Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) überreichte Gerl-Plein die hohe Auszeichnung während einer Feierstunde.

Köhler würdigte Gerl-Pleins „zielstrebige“ und „zupackende Art“ mit der sie sich nicht zuletzt für Gleichberechtigung und Frauenrechte einsetze. Der grüne Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Dr. Martin Worbes, lobte die „eiserne Disiplin und das protestantische Pflichtgefühl“ mit Gerl-Plein „zahllose Termine“ absolviere. Die Geehrte habe trotz der hohen Belastung „immer gute Laune“ hob Grones Ortsbürgermeisterin, Birgit Sterr (SPD) hervor. Ohne Gerl-Pleins Einsatz hätte die schwarz-grüne Koalition auf Kreisebene nicht von 1998 an drei Legislaturperioden lang „geräuschlos“ funktioniert, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende, Harald Noack.

Gerl-Plein hat die Grünen in Göttingen mitgegründet, berichtete der Oberbürgermeister. Seit Jahrzehnten ist sie in der Kommunalpolitik aktiv. Aktuell gehört sie auf Kreisebene dem Kreis-, Finanz- und Schulausschuss an und ist stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Personal, Organisationsentwicklung und Gleichstellung. Im neuen Kreistag wird sie mit mehr als 30 Jahren Erfahrung dienstältestes Mitglied sein, verriet Erste Kreisrätin Christel Wemheuer (Grüne). Einige Jahre gehörte Gerl-Plein zudem dem Göttinger Rat an. Im Ortsrat Grone vertritt sie die Ortsbürgermeisterin.

Im Landkreis, so Köhler, habe Gerl-Plein durchgesetzt, dass die Stelle einer kommunalen Frauenbeauftragen geschaffen wurde und dass im Landkreisgebäude ein betrieblicher Kindergarten entstand. Die Geehrte kämpft in der guatemaltekischen Partnergemeinde des Landkreises, San Comalapa, für Frauen im Hochland.

Daneben ist die Geehrte in Grones Evangelisch-lutherischer Jona-Gemeinde aktiv, deren Kirchenvorstand sie 20 Jahre lang leitete, führte der Oberbürgermeister aus. In dieser Zeit trug sie wesentlich mit dazu bei, dass der Stadtteil ein Nachbarschaftszentrum und die Gemeinde die Jona-Stiftung erhielt. Köhler erinnerte an Gerl-Pleins Mitgliedschaft im Kirchenkreistag (heute Kirchenkreissynode) und im Aufsichtrat des Diakonischen Werks Christophorus.

Grones Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr (SPD) machte während der Feierstunde darauf aufmerksam, dass Gerl-Plein neben ihrem vielfältigen Engagement fünf Kinder alleine groß gezogen hat. Der Ehemann starb bei einem Unfall, als das jüngste Kind drei Jahre alt war. Heute hat Gerl-Plein 13 Enkel. Alle ihre Kinder sowie ihre große Schwester waren bei der Feier im Neuen Rathaus mit dabei. Die Kinder, so Sterr, hätten Gerl-Plein geholfen, „nie die Bodenhaftung“ zu verlieren. Sie habe immer gewusst, für wen sie Politik mache. (Michael Caspar)

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