Hersteller helfen oft mit Extrakten nach

Verbraucherzentrale: Trickserei bei grünen Smoothies

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Grüner Smoothie: Das Trendgetränk wurde von der Verbraucherzentrale genau unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind zum Teil ernüchternd.

Göttingen. Grüne Smoothies mit Gemüse sind voll im Trend und gelten als gesund. Doch nur wenige der kalten Mixgetränke halten, was sie versprechen, wie die Göttinger Verbraucherzentrale in einem Marktcheck herausfand.

Trendgetränke

Damit die Trendgetränke schön grün aussehen, wird oftmals mit färbenden Pflanzenextrakten oder grünen Flaschen ordentlich nachgeholfen. Viele grüne Smoothies enthalten zudem nur wenig Gemüse, so die Verbraucherschützer.

Beliebte Alternative

Für Menschen, die nicht gerne Salat oder anderes grünes Gemüse essen, können grüne Smoothies eine Alternative sein. Sie liefern Vitamine und Mineralstoffe und sind kalorienarm. Außerdem enthalten sie durch Spinat oder Grünkohl Chlorophyll. Der grüne Pflanzenstoff soll krebsvorbeugende Eigenschaften haben, kann aber vom menschlichen Körper nicht selber gebildet werden.

Marktcheck

Der Marktcheck: Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat im Juni 13 grüne Smoothies getestet. Bewertet wurde, wie viel Gemüse tatsächlich drin ist und woher die grüne Farbe kommt.

Ernüchternde Ergebnisse

Ergebnis: Nur zwei Produkte von 13 untersuchten Smoothies weisen einen Gemüseanteil von über 50 Prozent auf. Vier weitere Smoothies enthalten zumindest einen Gemüseanteil von 15 bis 34 Prozent. Fünf Produkte hatten laut Verbraucherzentrale einen Gemüseanteil von nur unter 13 Prozent. In zwei grünen Smoothies war überhaupt kein Gemüse zu finden.

Extrakte

Grün färbende Extrakte aus Brennnessel, Färberdistel oder Algen wurden sechs von 13 Produkten zugesetzt. Diese Extrakte haben mit den ursprünglichen Pflanzen nur noch wenig zu tun. Sie dienen der Färbung, denn ein gesundheitlicher Nutzen ist bei diesen geringen Mengen nicht zu erwarten. Mit dieser „Schönfärberei“ wird aus Sicht der Verbraucherschützer eine höhere Menge von grünem Obst oder Gemüse angedeutet als tatsächlich enthalten ist.

Trick mit Flasche

Manchmal wird auch mit einer grünen Flasche getrickst. So wird aus einem eher bräunlichen Trunk ein appetitliches Trendgetränk.

Hersteller peppen auf

Fazit: Viele Smoothies werden mit färbenden Pflanzenextrakten oder grünen Flaschen aufgepeppt. Wie hoch der Anteil an grünem Obst oder Gemüse tatsächlich ist, wird auch durch die Bezeichnung auf der Vorderseite nicht deutlich. Erst der Blick auf die Zutatenliste verrät laut Verbraucherschutz den genauen Gemüseanteil und der liegt bei den meisten deutlich unter 50 Prozent.

Forderung

„Wenn schon gefärbt wird, dann sollten die Hersteller dies auch klar und deutlich kennzeichnen. Beim Kauf von Smoothies sollten Käufer zudem genau auf den jeweiligen Obst- und Gemüseanteil achten“, sagt Anneke von Reeken, Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Mehr Infos zu den Smoothies gibt es hier.

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