Frischzellenkur für Wochenmarktplazu

Marktstände weichen im Jahr 2021 auf den Johanniskirchhof in Göttingen aus

Der Göttinger Wochenmarkt soll im kommenden Jahr auf die Flächen rund um die Johanniskirche ausweichen. In der Adventszeit 2021 soll der Bereich aber wieder für den Weihnachtsmarkt (Foto) zur Verfügung stehen. Foto: Bernd Schlegel

Im kommenden Jahr soll der Wochenmarktplatz in Göttingen neu gestaltet werden. Während des Bauprojekts sollen die Marktbeschicker an der Johanniskirche hinter dem Alten Rathaus ihre Waren anbieten.

Darauf einigte sich der Bauausschuss. Eigentlich sollte der Wochenmarktplatz bereits in diesem Jahr eine Frischzellenkur erhalten. Doch das Projekt verzögert sich. Beispielsweise hatte es bis Ende 2019 Gespräche mit den Beteiligten, darunter Anwohner und Gastronomiebetriebe, gegeben. Nach weiteren Planungen, die im ersten Halbjahr 2020 erfolgen sollen, will die Stadt das Projekt im zweiten Halbjahr ausschreiben.

Lange war darüber diskutiert worden, auf welchen Platz die Marktbeschicker ausweichen. Unter anderem war der Albaniplatz im Gespräch. Mit Blick auf diese Lösung hatten die Christdemokraten Beratungsbedarf angemeldet und um eine Prüfung von zentrumsnahen Flächen als Ausweichquartier gebeten. „Wir sind froh, dass der Kernbereich der Altstadt um den Wochenmarkt bereichert wird“, freut sich Hans Otto Arnold, baupolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion. „Wir haben lange für diese Option geworben und sind uns sicher, dass sie ein voller Erfolg wird.“ Auch die Johanniskirchengemeinde reagierte mit Blick auf den Wochenmarkt rund um ihre Kirche positiv.

Die Verwaltung will erreichen, dass für die Umgestaltung des Wochenmarktplatzes, die im ersten Quartal 2021 starten soll, etwa neun Monate ausreichen. Denn in der Adventszeit 2021 soll rund um die Johanniskirche wieder der Weihnachtsmarkt stattfinden. Sollte der Zeitplan nicht eingehalten werden können, so müssten die Marktbeschicker nochmals auf einen anderen Platz umziehen.

Inzwischen wurden mit Blick auf die Bauarbeiten die genauen Maße der Marktstände und -wagen ermittelt. Ergebnis: Sie passen gut auf die Ausweichfläche. Außerdem entsteht mit der Neugestaltung eine gute Zufahrt für die Feuerwehr. Um eine Verbindung zwischen beiden Teilen des Wochenmarktplatzes zu schaffen, sollen beispielsweise ein Wasserspiel-Bereich mit Fontänen sowie Sitzmöglichkeiten entstehen.

Otfried-Müller-Haus: Projekt dauer länger

Unterdessen wurde in der Ausschusssitzung bekannt, dass sich die Sanierung des Otfried-Müller-Hauses weiter verzögert und vermutlich erst nach der Umgestaltung des Wochenmarktplatzes beginnen wird. Und inzwischen ist klar: Die Kosten werden die avisierten fünf Millionen Euro übersteigen. Mit anderen Worten: Das Geld in der Haushaltsplanung reicht nicht, um das Projekt umzusetzen. Man bracht also Zeit.

Deshalb hat die Verwaltung nun Probleme, den Rahmen von etwa fünf Millionen Euro einzuhalten. All das hat auch Auswirkungen auf das Junge Theater, das zur Spielzeit 2021/22 nach den Sommerferien in das Otfried-Müller-Haus am Wochenmarktplatz zurückkehren sollte. „Das wird nicht mehr zu halten sein“, sagte Intendant Nico Dietrich gegenüber unserer Zeitung und geht von einem noch längeren Verbleib im Ausweichquartier Alte Voigt-Schule an der Bürgerstraße aus. Das JT müsste dort dann auch länger vor weniger Zuschauern spielen, denn der Saal bietet deutlich weniger Plätze als der alte an der Hospitalstraße und Wochenmarktplatz. „Das wäre eine Abwertung des JT“, sagt Dietrich, der aber generell eine grundsätzlich solide Planung und Ausführung für gut hält – trotz der Verzögerung. „Jetzt muss intensiv und korrekt unter Beteiligung der Nutzer JT und KAZ geplant werden, damit am Ende etwas Anständiges für alle Seiten herauskommt.“ Das „KAZ“ – Kultur- und Aktionszentrum war ebenfalls aus dem Otfried-Müller-Haus an die Bürgerstraße 15 gezogen ist, und dort arbeitet sowie viele Angebote macht.

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