Martin Steinberg ist tot – ein ganz besonderer Pastor starb mit 66 Jahren

Trauer um Pastor Martin Steinberg: Er starb im Alter von 66 Jahren. Foto: Kopietz

Göttingen/Rosdorf. Die hinterhältige Krankheit kam auch bei Martin Steinberg aus heiterem Himmel. Den Kampf hatte er aufgenommen.

Der Pastor der Kirchengemeinde St. Johannis Rosdorf, er hat ihn am Ende verloren: Steinberg starb in der vergangenen Woche an den Folgen im Alter von 66 Jahren.

Mit Martin Steinberg verliert die Gemeinde Rosdorf, die Innere Mission im Grenzdurchgangslager Friedland, der Kirchenkreistag und die Diakonie einen außergewöhnlichen Pastor, Chef, Mitarbeiter und ehrenamtlich Engagierten.

Knapp 38 Jahre sind vergangen seit Steinberg 1978 seine Arbeit in der Johannis-Kirchengemeinde Rosdorf aufgenommen hatte. In dieser Zeit ist er, wie die Verantwortlichen in einem Nachruf schreiben, zu einem echten „Familienpastor“ geworden. Viele Menschen in Rosdorf begleitete Steinberg von der Taufe, der Konfirmation, über die Trauung – leider – manchmal auch bis zum Tod.

Dabei war er ein- und mitfühlender Pastor, Mensch und Freund, der viele Schritte gehen musste, die ihm schwer fielen – was er vor der Gemeinde nicht verbergen konnte und wollte. 2015 wurde er in den Ruhestand verabschiedet. In der Inneren Mission im Grenzdurchgangslager Friedland aber machte Martin Steinberg als Geschäftsführer weiter. Denn auch dort war es ihm eine Herzensangelegenheit, wie jeder spüren konnte, der mit ihm über seine leidenschaftliche Arbeit in Friedland sprach.

Und: Steinberg war dort ein unabhängiger, kritischer Beobachter, der sich nicht an die Sprachregelungen der Politiker und Landesregierung halten musste und wollte: Offen sprach Steinberg auch über die Probleme im Lager. Denn: Es ging ihm stets um die Menschen, die dort als Asylsuchende, Flüchtlinge und Vertriebene ankommen und ankamen sowie um die, die dort mit und für sie arbeiten. Das passte zu Martin Steinberg, der stets auch ein offener und kritischer, politischer Mensch und Geistlicher war.

In Rosdorf hat der ehemalige Pastor viel dazu beigetragen, dass 1999 die kirchliche Seniorenpflegeeinrichtung Johannishof in Betrieb ging – es war sein Projekt. Martin Steinberg war auch Stellvertreter des Superintendenten.

Er hinterlässt Ehefrau Annette und die Kinder Sören, Bürgermeister der Gemeinde Rosdorf, und Tabea sowie zwei Enkelkinder – er wird ihnen und vielen Menschen in Rosdorf, Friedland und Umgebung fehlen.

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