Ursache ist unklar

Massenstreit in Göttinger City: Polizei mit Großaufgebot vor Ort

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Streit von zwei Gruppen in der Göttinger Innenstadt: Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Göttingen. Großes Polizeiaufgebot am Sonntagabend in der Göttinger Innenstadt: Gegen 20.20 Uhr kam es zu einer größeren Streiterei zwischen mehreren Gruppen. Ein Beteiligter wurde in Gewahrsam genommen. Er ist inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Aktualisiert am 14.8. um 13.55 Uhr. 

Die Polizei geht von 200 bis 250 Beteiligten aus. Syrer und Libanesen seien aufeinander losgegangen. Die Polizei bezeichnete die Stimmung als „extrem aufgeheizt, lautstark und aggressiv“. Viele sollen aber nur zugeschaut haben. Eine Polizeisprecherin betonte am Montag ausdrücklich, dass es keine Schlägerei gegeben habe. Schlimmeres habe mit dem Einsatz vieler Polizeikräfte verhindert werden können. Eine McDonalds-Filiale wurde von der Schichtleitung kurzerhand geschlossen.

Die Ursache für den Streit ist unklar, deshalb dauern die Ermittlungen an. Möglicherweise habe es eine Vorgeschichte gegeben, deutete eine Sprecherin an.

Bei ersten Befragungen wurde nur bekannt, dass es im Vorfeld zu einem Streit zwischen zwei Männern gekommen sein soll. Dann fand sich laut Polizeibericht innerhalb kürzester Zeit in der Reitstallstraße bis zum Waageplatz eine zeitweise unüberschaubare Anzahl von Syrern und Libanesen ein.

Gegen 20.10 Uhr hatten Zeugen über den Polizei-Notruf eine Schlägerei zwischen fünf bis sechs Männern im Bereich des Einkaufszentrums Carré gemeldet. Die Polizei rückte mit 25 Einsatzkräften an. Polizeiwagen aus Göttingen, Groß Schneen, Northeim und von der Autobahnpolizei waren in der Weender Straße und der Reitstallstraße vor Ort. Um ein direktes Aufeinandertreffen beider Parteien zu verhindern, hatten die Beamten über die Lage- und Führungszentrale der Polizeidirektion Göttingen sofort weitere Unterstützungskräfte und vorsorglich auch zwei Rettungswagen angefordert.

Bei einer Auseinandersetzung in Höhe des Waageplatzes mussten die Beamten zur Trennung rivalisierender Personen Pfefferspray einsetzen. Gegen mehrere Beteiligte und auch einige Schaulustige sprach die Polizei zudem Platzverweise aus.

Während des laufenden Einsatzes machten die Beamten einen 23-jähriger Syrer als Rädelsführer aus. Die Beamten nahmen den Mann daraufhin zur Verhinderung weiterer Straftaten vorübergehend in Gewahrsam. Er wurde inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach etwa drei Stunden war der Einsatz beendet. Gegen 21 Uhr fuhren erste Beteiligte mit Fahrzeugen davon.

Ein in diesem Zusammenhang wenig später eingehender Hinweis auf eine Schlägerei mit etwa 20 bis 30 Beteiligten in Grone bestätigte sich nicht. Zwar trafen die dorthin entsandten Beamten im Pestalozziweg und in der St. Heinrich-Straße vereinzelt Personen an, die sich zuvor in der Reitstallstraße aufgehalten hatten, jedoch gab es keine Hinweise auf eine erneute Auseinandersetzung. Vermutlich wegen der erhöhten Polizeipräsenz verließen diese Personen mit mehreren Fahrzeugen den Bereich.

Beobachtungen der Polizei im gesamten Stadtgebiet ergaben im Verlauf des Abends keine Hinweise auf erneute Zwischenfälle oder bevorstehende Auseinandersetzungen. Insgesamt stellte die Polizei die Personalien von sechs Beteiligten fest und sprach fünf Platzverweise aus. Es wurden Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Polizei: Anstieg von Konflikten zwischen Syrern und Libanesen

Seit Mitte der vergangenen Woche registriert die Polizei im Bereich Waageplatz/Reitstallstraße in Göttingen einen Anstieg von Konflikten insbesondere zwischen Personen syrischer und libanesischer Herkunft.

Das führte bereits zu Körperverletzungen. Deshalb sind beim ersten Fachkommissariat mehrere Ermittlungsverfahren anhängig. Bereits in der vergangenen Woche hatte sich die Göttinger Polizeiführung darauf verständigt, dem Phänomen mit einem „strukturierten Maßnahmenkonzept“ entgegenzuwirken.

Zur genauen Bewertung der Situation rund um den Robert-Gernhard-Platz, den Waageplatz und die angrenzenden Straßen werden aktuell die gesamten zurückliegenden Fälle inklusive der Anlässe analysiert und ausgewertet, um darüber Erkenntnisse über Täterstrukturen, Zeitpunkte der Taten sowie weitere wichtige Details zu bekommen.

Für die weiteren Planungen und zur schnellen Umsetzung der zu ergreifenden polizeilichen Maßnahmen ist bereits eine Besprechung mit den beteiligten Dienststellen geplant. Die Innenstadtwache ist regelmäßig mit Fußstreifen präsent und hat den Treffpunkt im Blick. Das aktuelle Geschehen vom Sonntag ist nach Ansicht der Göttinger Polizei kein Anlass für gezielte „Schutzmaßnahmen“ für Jugendliche.

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