Wohnungen und Raum für kleinere Firmen

Masterplan für altes Sartorius-Gelände: Ein Quartier mit viel Grün

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Soll der Kern im neuen Sartorius-Quartier bleiben: Die alten Gebäude und der Durchgang sollen das neue Quartier auch nach dem Auszug von Sartorius prägen.

Göttingen. Vor 14 Monaten informierten Sartorius und die Stadt Göttingen über die Zukunft des alten Firmenstandorts in der Innenstadt. Jetzt wurde der Masterplan für die Neugestaltung des etwa drei Fußballfelder großen Areals vorgestellt.

Vorweg: So viel Neues hörten die etwa 150 Interessierten, für die Sartorius auf dem alten Firmenareal extra ein beheiztes Zelt aufgestellt hatte, nicht.

Das Projekt

In der attraktiven Lage, nahe zur City, zum Uni-Campus, zu Kliniken und Instituten sowie zum Bahnhof und dem Autobahnzubringer, sollen auf dem seit 1898 von Sartorius genutzten Firmengelände nach dem Slogan „Bilden, Gründen, Wohnen“ sowohl Wohnungen und Raum für kleinere, junge Firmen sowie Bildungseinrichtungen entstehen, möglicherweise auch der entstehende Gesundheitscampus Göttingen seinen Platz finden.

Die Entwicklung

In der Zwischenzeit ist eine Masterplanung für das Kerngelände und die Jahre 2018 plus erstellt worden. Eine Jury hat sich für das Entwicklerbüro „Holzer Kobler Architekten“ (Zürich/Berlin) entschieden. Dennis Clayton Matthiesen stellte den Masterplan mit Sartorius-Vorstandschef Dr. Joachim Kreuzburg vor.

Finanzierung

Sartorius beteiligt sich, bezahlt aber nicht das Gesamtprojekt. Das sei nicht der Firmenzweck, so Kreuzburg. Man sucht deshalb Investoren für die unterschiedlichen Bereiche. Mit weiteren potenziellen Nutzern wird gesprochen, sagte Kreuzburg. Das Investitionsvolumen für die entstehende 44.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche beträgt etwa 100 Millionen Euro. Das habe es zu vor in Göttingen für ein Quartier noch nicht gegeben.

Inhalt

Die Vorgaben für die Entwicklung des Geländes sind: Integration in den historischen Bestand, Öffnung des Komplexes zur Annastraße (ruhiger als Weender Landstraße); keine Mono-Struktur-Nutzung; mehr Grün und öffentliche Plätze.

Masterplan

Licht, Grün, Freiflächen: Das neue Quartier soll Plätze mit viel Begrünung bieten, wie der Masterplan vorsieht, der noch keine Feinplanung darstellt.

All das enthält der Masterplan, der nur ein Grobentwurf ist. „Es geht noch nicht um Architektur und Details“, sagte Joachim Kreuzburg. Wie Dennis Clayton Matthiesen von Holzer Dobler Architekten sagte, soll eine Ost-West-Verbindung geschaffen werden. Vorne, an der Weender Landstraße/Hannoverschen Straße soll ein unterschiedlich hoher Riegelbau stehen, zum Lärmschutz. Darin wird es keine Wohnnutzung geben. Es werden auch öffentliche Plätze mit Grün geschaffen, „wo die Leute sich aufhalten wollen, das gab es bisher gar nicht“. Die alten, weißen Ziegelhäuser im Zentrum des Sartorius-Geländes sollen die Signatur für das zukünftige Areal sein und umgestaltet werden.

Weiteres Vorgehen

ASTOC Architecs werden nun die Masteplanung des Kerngebietes mit dem Umfeld abgleichen. Dort will auch die Stadt neue Akzente in einem weitgehend unstrukturiertem Umfeld setzen. Es gibt einen Rahmenplan Nordstadt.

Zeitplan

830 Menschen arbeiten noauf dem Sartorius-Gelände, das im Unternehmen „Hauptwerk“ heißt: ein Drittel in der Produktion, die nur noch ein Bruchteil der in Göttingen produzierten Produkte einnimmt.

Zwei Drittel arbeiten in Vertrieb, Marketing, Verwaltung, sitzen zum Teil in Containern. Der Umzug aus der Produktion beginnt Mitte 2016, wenn auf dem Sartorius-Campus ein Gebäude fertig ist. Bis 2018 sollen alle Mitarbeiter umgezogen sein.

Zwischenzeitlich sollen die Gebäude weiter genutzt, auch vermietet werden.

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