Umsetzung der Mission Plato beginnt

Max-Planck-Institut: Göttinger Forscher suchen den Zwilling der Erde

Wo ist die zweite Erde? Die Suche nach Exoplaneten – der Zweiterde – beteiligt ist auch das Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) an der Mission Plato, die 2026 starten soll und vier Jahre im All nach der Zweiterde suchen wird. Modell: mpi/nh

Göttingen. Forscher vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen sind an einer Mission Plato beteiligt, die einen Zwilling der Erde im Weltall aufspüren soll.

Nach einer dreijährigen Planungsphase kann die technische Umsetzung beginnen. Am Dienstag gab es grünes Licht von der ESA.

Ziel der Plato-Mission wird es sein, bewohnbare Welten und möglicherweise sogar Zwillinge der Erde zu finden. Der Start ist für 2026 vorgesehen. Während seiner vierjährigen Lebenszeit wird Plato Hunderttausende Sterne nach Planeten absuchen, die um sie kreisen. Von vielen Tausenden dieser Planeten und Sterne sollen Radien, Massen und Alter genau bestimmt werden – dabei wird Plato Methoden der Asteroseismologie nutzen.

Plato misst, wie die Helligkeit eines Sterns abnimmt, wenn ein Planet an ihm vorüberzieht, so genannte Transite. Um möglichst zwei solcher Transite ein und desselben Exoplaneten zu dokumentieren, blickt die Raumsonde bis zu zwei Jahre auf denselben Himmelsausschnitt.

Sie suchen die Zweiterde: Dieses Team gehört am Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung zur Plato-Mannschaft.

Das wird gelingen, weiß die Missionsleiterin Prof. Dr. Heike Rauer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt Berlin: „Mit diesem Konzept und der hohen Empfindlichkeit des Instruments werden wir Gesteinsplaneten um sonnenähnliche Sterne finden und hochgenau charakterisieren können.“

Mehrere Tausende von ExoPlaneten, die entfernte Sterne umkreisen, sind bekannt. Viele von ihnen wurden von den Raummissionen „Kepler“ und „CoRoT“ entdeckt. Aber diese Welten sind so weit weg und ihre Zentralsterne so lichtschwach, dass sie sich nicht detailliert charakterisieren lassen.

Plato wird die erste Exoplaneten-Mission sein, die vergleichsweise nahe, erdähnliche Planeten entdecken und beschreiben kann, denn Plato wird über vier Jahre und mit 26 Teleskopen einen großen Ausschnitt des Himmels vermessen und so die Sterne und Planetensysteme in unserer galaktischen Nachbarschaft studieren. „Mit der Beobachtung stellarer Vibrationen wird Plato erstmals diese Sterne und ihre Planeten in Bezug auf Masse, Radius und Alter vollständig charakterisieren“, sagt Prof. Dr. Laurent Gizon, Geschäftsführender Direktor des MPS und Leiter des Datenzentrums. „Das wird unser Wissen über die Evolution von Exoplaneten und ihrer Zentralsterne revolutionieren.“

Die Beobachtungsdaten werden am Plato Data Center verarbeitet – die MPS-Wissenschaftler rechnen damit, am Ende mehrere Petabyte Daten zu verwalten.

Mit Unterstützung der Deutschen Raumfahrtagentur Raumfahrt-Agentur in Bonn beginnt das Plato Data Center nun, Software zu entwickeln, mit der sich die wissenschaftlichen Daten aufbereiten und weiterverarbeiten lassen.

Von Thomas Kopietz

www.mps.mpg.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.