Kooperation der Uni-Klinik

60 Medizin-Studienplätze mehr in Göttingen ab 2020

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Kooperation besiegelt: von links Dr. Thomas Bartkiewicz (Ärztlicher Direktor Städtisches, Dr. Andreas Goepfert (beide Städtisches Klinikum Braunschweig ), Björn Thümler (Minister für Wissenschaft und Kultur), Prof. Dr. Heyo K.Kroemer (Vorstandssprecher Universitätsmedizin Göttingen).

Göttingen. Ab dem Wintersemester 2020/2021 wird es mindestens 60 Studienplätze mehr an der Göttinger Uni-Klinik geben. Möglich macht das eine Kooperation.

Am Universitätsklinikum Göttingen sollen mehr Studienplätze für Medizin angeboten werden. Basis dafür ist eine Vereinbarung des Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit der Universitätsmedizin und dem Städtischen Klinikum Braunschweig. Gemeinsam soll ein Ausbildungscampus entstehen.

Der wird den – ausufernden – Namen „Klinischer Campus Braunschweig der Universitätsmedizin Göttingen am Klinikum Braunschweig“ tragen, aber kurz und knapp für mehr Ausbildungskapazität der UMG sorgen. Geschehen soll das über die Umwandlung der bislang in Göttingen angebotenen Teilstudienplätze Humanmedizin in Vollstudienplätze. Mindestens 60 Studierende pro Jahr sollen in Zukunft nach erfolgreichem Abschluss des ersten Studienabschnitts in Göttingen am Standort Braunschweig ihr klinisches Studium abschließen.

Medizin-Studium in Göttingen: Pro Jahr 400 Studierende

Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstandes der UMG und Dekan der Medizinischen Fakultät sieht in dem unterzeichneten Papier eine „weitere Weichenstellung für die dringende Erweiterung der Medizinerausbildung in Niedersachsen“. Die UMG hatte bereits durch Umwidmung ihrer vorklinisch-theoretischen Plätze die klinische Ausbildungskapazität um 50 Plätze erhöht. Nun kommen weitere Vollstudienplätze hinzu.

Die UMG zählt zu den größten medizinischen Fakultäten Deutschlands und bildet pro Jahr 400 Studierende aus. Traditionell sind die vorklinisch-theoretischen Kapazitäten in Göttingen höher als die klinischen.

Medizin-Studenten sollen in Niedersachsen bleiben

Studierende, die einen Teilstudienplatz haben, müssen die Universität nach der 1. Ärztlichen Prüfung verlassen und ihre klinische Ausbildungszeit – zum Teil mit langer Wartezeit – an einem anderen Standort fortsetzen.

„Nicht nur für die Studierenden ist diese Situation hochgradig schwierig und belastend“, sagt Minister Björn Thümler. „Viele Mediziner starten im Umfeld ihrer letzten Ausbildungsstätte in den Job. Wechseln die Studierenden aus Göttingen also nach dem Physikum in ein anderes Bundesland, sind die Investitionen in die vorklinische Ausbildung für Niedersachsen in der Regel verloren.“

Standorte Braunschweig und Göttingen passen zueinander

Laut der Beteiligten wie auch Dr. Andreas Goepfert, Geschäftsführer Städtisches Klinikum Braunschweig, passt die Situation in Braunschweig zur UMG-Ausbildung: Sie erfülle am Standort Braunschweig die Anforderungen und erfolge nach den Vorgaben der UMG und deren Lehrkonzept. 

Bevor das Projekt startet, ist aber noch viel Arbeit angesagt: Lenkungs- und Arbeitsgruppen sollen nun an beiden Standorten die Zusammenarbeit vorbereiten. Damit soll „umgehend begonnen werden“, sagt UMG-Vorstandssprecher Kroemer.

Start im Wintersemester 2020/2021

Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur wird die strategischen und organisatorischen Fragen bearbeiten. Der Studienbetrieb am Campus Braunschweig soll zum Wintersemester 2020/21 starten. 

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