Schwerpunkte Göttingen und Einbeck

Mehr als ein rechtsextremer Vorfall am Tag in Südniedersachsen und dem Eichsfeld

Göttingen –In Südniedersachsen und im Eichsfeld gab es nach Angaben eines unabhängigen Archivs im Jahr 2019 im Schnitt jeden Tag mehr als einen rechtsextremen Vorfall. Insgesamt seien in den Landkreisen Göttingen und Northeim sowie Eichsfeld in Thüringen im vergangenen Jahr 404 solcher Vorfälle registriert worden, teilen das Antifaschistische Bildungszentrum und das Archiv Göttingen mit. Man müsse davon ausgehen, dass die Dunkelziffer „noch weitaus höher“ liege.

Lokale Schwerspunkte rechtsextremer Aktivitäten seien Einbeck und Göttingen gewesen. „Insbesondere in Einbeck ist eine konstant hohe Bedrohungslage für politisch Andersdenkende zu verzeichnen“, heißt es. Dort hätten Neonazis Menschen mit dem Auto verfolgt und sie nach Demonstrationen durch die Stadt gejagt. Zudem sei das Denkmal der Alten Synagoge mit antisemitischen Parolen beschmiert worden.

Neonazistische Propaganda dominiere das Stadtbild, hieß es in der Mitteilung. Anfang April hatte die Polizei mehrere Häuser von Rechtsextremisten in Einbeck durchsucht und dabei auch Waffen beschlagnahmt.

In Göttingen verzeichnete das Archiv für 2019 viele offenbar rechtsextrem motivierte Anschläge und Sachbeschädigungen rund um den Universitätscampus. Betroffen gewesen seien vor allem studentische Wohnprojekte und Gebäude der Hochschule. Die Täter hätten Bremszüge von Fahrrädern durchschnitten, vielfach den Nationalsozialismus verherrlichende Parolen gesprüht und in einem Fall einen Brandanschlag im Garten eines von linksgerichteten Studenten verübt.

Ein negativer Höhepunkt sei der Angriff auf zwei Besucher einer Kneipe gewesen: „Einem Betroffenen brachen die extrem rechten Angreifer die Nase“, erklärte das Archiv.  epd/ana

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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