Corona-Krise

Mehr Anrufe beim Giftnotruf in der Uni-Stadt

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Das Giftinformationszentrum Nord: Die Einrichtung ist an der Universitätsmedizin Göttingen.

Die Corona-Krise hat auch zu einem Anstieg bei den Anfragen bei den Giftinformationszentren geführt.

Seit einigen Wochen gebe es vermehrt Anrufe von besorgten Eltern, berichtet Professor Andreas Schaper, einer der Leiter des Giftinformationszentrums-Nord (GIZ-Nord) in Göttingen. Grund: Um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu verringern, benutzen viele Menschen inzwischen regelmäßig Handdesinfektionsmittel. Häufig befinden sich diese Flaschen und Spender an Orten, wo sie auch für Kinder erreichbar sind. „Wir bekommen vermehrt Anrufe von Eltern, weil ihre Kinder davon getrunken haben“, sagt Schaper.

Die Eltern wollen wissen, was zu tun sei, wenn Kinder etwas Handdesinfektionsmittel probiert hätten. In den meisten Fällen können die Göttinger Giftexperten die Eltern beruhigen: Da die Kinder oft schon beim ersten Schluck merken, dass ihnen der relevante Inhaltsstoff (Alkohol) nicht schmeckt, haben sie meistens nur eine geringe Menge getrunken. „Das ist in der Regel relativ unproblematisch“, sagt Schaper. „Hat das Kind nur einen kleinen Probierschluck getrunken und zeigt keine Symptome, so genügt in der Regel die Gabe von etwas Flüssigkeit und eine anschließende häusliche Beobachtung.“

Anders sieht es aus, wenn das Kind größere Mengen getrunken hat. Hustet das Kind oder zeigt es andere Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Blässe, sollten die Eltern in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

Prof. Dr. Andreas Schaper, Leiter des Giftinformationszentrums

Das Giftinformationszentrum in Göttingen ist seit 1996 die zentrale Beratungsstelle für die Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. Im vergangenen Jahr erhielt das GIZ-Nord mehr als 42 000 Anfragen von Ratsuchenden. Durchschnittlich nehmen die Mitarbeiter jeden Tag zwischen 150 und 200 Anrufe entgegen. Knapp die Hälfte der Anrufer sind medizinisches Fachpersonal. Auch viele Laien nehmen den Rat der Giftexperten in Anspruch, darunter viele Eltern, deren Sprösslinge sich vergiftet haben. Nach den Erfahrungen der Experten geht die größte Gefahr für Kinder von Haushaltschemikalien und Arzneimitteln aus.

Die Mitarbeiter des GIZ-Nord geben nicht nur Tipps, was man bei einem akuten Vergiftungsfall unternehmen sollte, sondern können auch innerhalb von zwei Stunden in ihrem Labor durch Spezialanalysen feststellen, welche Substanz die Vergiftung hervorgerufen hat. Das Giftinformationszentrum-Nord ist rund um die Uhr unter der Notrufnummer 0551-19240 erreichbar. Weitere Infos gibt es im Internet.

VON HEIDI NIEMANN

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