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Bauausschuss zur Göttinger Stadthalle: Mehr Bäume und Behindertenparkplätze

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Von: Michael Caspar

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Luftbild der sanierten Göttinger Stadthalle
Die sanierte Stadthalle gegenüber des Albaniplatzes aus der Luft: Wie künftig ihre Umgebung aussehen könnte, war nun Thema im Bauausschuss. © Stefan Rampfel

Wie sieht in Zukunft der Außenbereich rund um die sanierte Göttinger Stadthalle aus? Damit beschäftigte sich nun der Bauausschuss der Uni-Stadt.

Göttingen – Mehr Bäume und überdachte Fahrradständer, mehr Behindertenparkplätze und abgesenkte Bordsteine soll die Göttinger Stadthalle bekommen. Das hat der städtische Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke einstimmig gefordert.

Zwei Stunden lang debattierten die Kommunalpolitiker über den Entwurf des Dresdener Büros Rehwaldt Landschaftsarchitekten. Eine große Herausforderung: Der Albaniplatz gegenüber der Stadthalle, die seit 2018 saniert wird, war nicht Gegenstand der Planungen. „Das Areal ist aber nur als Ganzes zu denken“, gab Jost Leßmann (GöLinke) zu bedenken.

In die Neuordnung des Stadthallen-Umfelds wurde der Platz nicht einbezogen, weil dort aktuell erneut der eigentlich bereits verworfene Bau einer Tiefgarage geprüft wird. Das haben CDU und FDP durchgesetzt, die seit diesem Jahr zusammen mit der SPD ein Haushaltsbündnis bilden.

Außenbereich der sanierten Stadthalle: Aktuell steht dort noch ein Bauzaun.
Sollen künftig Bäume den Blick auf die Kachelfassade der Stadthalle verstellen: Mit dieser Frage hat sich der städtische Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke befasst. © Michael Caspar

Umgebung der Stadthalle: Bau einer Tiefgarage vom Tisch

Der Bau einer Tiefgarage würde die Standsicherheit der Albanikirche gefährden, warnte Sabine Morgenroth (Grüne) mit Verweis auf ein altes Gutachten. Die Tiefgarage lasse sich am Ende aus Kostengründen nicht verwirklichen, zeigte sich Dr. Francisco Welter-Schultes (Piraten) sicher. Das Haushaltsbündnis werde deshalb den bestehenden, ebenerdigen Parkplatz erhalten. Rot-Grün hatten ihn im vergangenen Jahr noch aufgeben wollen – zum Entsetzen von Einzelhändlern und Handwerkern.

Der Entwurf des Planungsbüros sieht zwei Behindertenparkplätze vor. Bei den zum Teil mehr als 1.000 Stadthallen-Besuchern seien das zu wenig, fand Julian Schlumberger (Grüne). Der Ausschuss, dessen Vorsitzender, Ehsan Kangarani (CDU), sich um einstimmige Beschlüsse bemüht, fordert nun fünf Plätze vor dem Haupteingang.

Damit Gäste mit Rollstühlen oder Rollatoren die auf 5,5 Meter verschmälerte Straße vor der Stadthalle gut queren können, sollen die Bürgersteige komplett abgesenkt werden. Die Planer hatten drei Zentimeter vorgeschlagen. Das war der Opposition zu hoch.

Diskussionen gab es um die geplante, 210 Quadratmeter große Grünfläche vor der Stadthalle. Die Dresdener wollen dort fünf strauchartige Felsenbirnen pflanzen lassen. Sie würden den Blick auf die bunte Kachelfassade der 1964 erbauten Stadthalle nicht verstellen.

Umgebung der Stadthalle: Ausschuss für große Bäume statt Sträucher

Für große Bäume sprach dagegen Göttingens Naturschutzbeauftrage, Britta Walbrun, aus. Dem schloss sich die Opposition mit Blick auf die mit dem Klimawandel steigenden Durchschnittstemperaturen an. Bäume wirken einem Aufheizen der Stadt im Sommer entgegen. Auch das sollen die Planer nun berücksichtigen.

Die von den Dresdenern vorgesehenen 208 Fahrradständer für Besucher fanden Zustimmung. Allerdings machte sich die Opposition dafür stark, dass sie überdacht werden. Die Planer sprachen sich aus ästhetischen Gründen dagegen aus. Grüne, Göttinger Linke und Piraten drängen auf ein baulich sichtbares Bekenntnis zur Stärkung des Radverkehrs. Das trugen SPD, CDU und FDP nach einer zehnminütigen Sitzungsunterbrechung ebenfalls mit. (Michael Caspar)

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