Zukunft des Biotech-Unternehmen aus Göttingen

Mehr Beine, mehr Steine, mehr Umsatz: Sartorius wird weiter wachsen 

Ganz neu und eindrucksvoll: Das Gebäude mit Café und Kantine auf dem Sartorius-Campus, wo die Bilanzpressekonferenz stattfand. Neu sind auch Log o und Unternehmensfarben – im Vordergrund zu sehen. Foto: Hubert jelinek

Gute Zahlen für 2019, Zuwächse für 2020: Sartorius geht optimistisch ins Geschäftsjahr und hat sportliche Ziele bis 2025.

Am Stammsitz Göttingen sollen 2025 etwa 3500 Mitarbeiter beschäftigt sein – weltweit werden es dann laut der Zielsetzung etwa 15 000 sein. Aktuell arbeiten insgesamt 9000 Menschen aus 77 Nationen für das Unternehmen, in Göttingen sind es knapp 3000.

Bauen am Sartorius-Campus

Damit die Mitarbeiterzahl aufgestockt werden kann, will das Bio-Tech-Unternehmen noch einmal bauen. Und das, obwohl dort in den vergangenen fünf Jahren bereits mehr als eine halbe Milliarde Euro in Steine investiert worden sind, ein hochmoderner und repräsentativer Campus entstanden ist, der im Vergleich zur Jahrtausendwende nicht mehr wieder zu erkennen ist. „Reserveflächen für Erweiterungsbauten auf dem Campus gibt es“, sagte Vorstandschef Dr. Joachim Kreuzburg am Dienstag während der Pressekonferenz im Neubau, der auch eine Kantine und ein italienisches Café beherbergt.

Top-Zahlen 2019

Kreuzburg tat wieder das, was er seit Jahren anlässlich der Bilanz-Pressekonferenzen tut: starke Zahlen und ambitionierte Prognosen zu präsentieren. Der Konzernumsatz stieg auf Basis konstanter Wechselkurse um 14,8 Prozent (nominal: plus 16,7) auf 1.827 Milliarden Euro. Das Wachstum wurde praktisch vollständig erzielt, also kaum durch Zukäufe von Unternehmen, da erst im Dezember 2019 der israelische Zellkulturmedien-Spezialist Biological Industries dazukam. Der Auftragseingang erhöhte sich wechselkursbereinigt um ebenfalls 14,8 Prozent. Folglich kletterte auch die Zahl der Mitarbeiter auf jetzt 9016 zum Ende des Jahres. Das waren elf Prozent oder 900 mehr als Ende 2018.

Prognose für 2020

Für 2020 plant der Konzern ebenfalls einen Umsatzsprung von zehn bis 13 Prozent im Vergleich zu 2019.

In der Pipeline hat Sartorius einen weiteren Zukauf: So sollen Teile des Life-Science-Unternehmens „Danaher“ erworben werden. Damit bekäme Sartorius für etwa 750 Millionen Euro Techniken und Produkte, die bislang im Angebot fehlen: Chromatographie-Systeme und Bioanalytische Instrumente für die Molekularanalyse. Noch hänge es aber an der Genehmigung durch Kartellbehörden, sagte Kreuzburg, der aber „keine Probleme“ bei der Genehmigung erwartet. Nach dem gegen Ende des ersten Quartals 2020 erwarteten Abschluss des Kaufes werde die Unternehmensleitung ihre Prognose für das Gesamtjahr 2020 entsprechend aktualisieren, hieß es.

Neues Logo - neue Farben

Neu – und fast schon überall auf dem Campus sichtbar – ist bei Sartorius auch die neue Außendarstellung: alte Farbkombinationen und Logos haben ausgedient, jetzt stehen ein moderner, fragmentarischer Schriftzug und ein frisches Gelb in Kombination mit dem klaren Schwarz für die Ausrichtung von Sartorius.

Kooperationen

Neu sind auch Kooperationen, so ist Sartorius mit einem Labor an dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern beteiligt. „Es geht darum, Methoden zu entwickeln für eine optimierte Steuerung biopharmazeutischer Herstellungsprozesse“, erläuterte Kreuzburg.

150-Jahre-Feier

Das 150-jährige Jubiläum wird im Sommer gefeiert: mit einem Life-Science-Festival am 3. und 4. Juni sowie mit dem Familientag für Mitarbeiter und Tag der offenen Tür am 11. und 12. Juli. Vorbeischauen wird im Sommer auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel.(tko)

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