Stadt Göttingen beseitigt wuchernde Jungbäume und pflanzt Blühsträucher

Mehr Durchblicke auf dem Wall

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Blickschneise zum Bahnhof: So wie hier sorgt der Fachdienst Grünflächen an vielen Stellen der Göttinger Wallpromenade für reizvolle Durchblicke.

Göttingen. Die Wallpromenade rund um die Göttinger Innenstadt soll wieder mehr Durchblicke bieten.

Zwei wesentliche Ziele des Ende 2014 entwickelten Pflegeplans für den Wall sind die Sicherung des Großbaumbestandes und zusätzlich die Pflanzung von Sträuchern und Strauchrosen, erläutert die Stadt Göttingen. Der Plan wird seit 2015 in drei Abschnitten umgesetzt. Was mancher Spaziergänger im Augenblick vielleicht als „Kahlschlag“ erlebe, bedeute aus Sicht der städtischen Grünpflege notwendige Maßnahmen gegen die sogenannte „Naturverjüngung“.

Michael Menzel, Leiter des Fachdienstes Grünflächen: „Durch Versamung wachsen Jungbäume heran, überwuchern, beschatten und verdrängen den traditionellen Strauchbestand des Walls und beeinträchtigen auch die für unseren Wall typischen Linden.“ Das war das Ergebnis einer kritischen Wallbegehung unter Beteiligung der Unteren Naturschutzbehörde vor zwei Jahren, der die Erarbeitung eines dreiteiligen Pflegeplans folgte. Den setzen Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofes jetzt nach und nach um.

Nach dem Freischnitt von Blickschneisen für die Aufstellung von Bildtafeln zum 250jährigen Jubiläum der Wallpromenade und Pflegearbeiten im Abschnitt zwischen Geismar Tor und Theaterwall im vergangenen Jahr ist jetzt der Wallbereich gegenüber dem Göttinger Bahnhof bis zum Groner Tor an der Reihe. Allein dort wurden bislang 60 bis 70 Kubikmeter Schnittmaterial entfernt und abgefahren. Im nächsten Winter gehen die Arbeiten auf dem Wall zwischen Groner und Geismar Tor weiter.

„Wir wollen den Strauchbestand halten und stärken und nicht durch die immer wieder aufkommenden Baumschösslinge ersticken lassen. Haben sich die Sträucher erst einmal etabliert, wird sich die Keimung der Baumsamen verringern und wir können die Pflegemaßnahmen anpassen,“ erklärt Menzel, der die Wallböschungen wieder zum Blühen bringen will.

Nach den ersten drei Jahren werden die Pflegemaßnahmen kontinuierlich und nach Bedarf jährlich wiederholt. Langfristig sollen sich die Wallböschungen zu Flächen mit freien Durchblicken und überwiegend abwechslungsreichen Strauchflächen entwickeln. Pflanzenmaterial sind nach den Worten von Birgit Busse vom Fachdienst Grünflächen Strauch- und Wildrosen, in Vergessenheit geratene Wild- und Nutzsträucher wie zum Beispiel Kreeke, Ziebarth, Haferschlehe, sowie andere Blüh- und Nährsträucher mit zierendem Fruchtschmuck und Herbstfärbung, die aber auch Tieren als Nährgehölze dienen sind und so die biologische Vielfalt erhöhen.

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