Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen musste 2013 bei 95 Unfällen zahlen

Bilanz: Mehr Feuerwehrleute verunglückten bei Einsätzen

Im Gespräch: Die Feuerwehrunfallkasse stellt Feuerwehr-Unfallzahlen und Bilanz 2013 vor – von links Landrat Bernhard Reuter, FUK-Geschäftsführer Thomas Wittschurky und Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen. Foto: Schröter
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Im Gespräch: Die Feuerwehrunfallkasse stellt Feuerwehr-Unfallzahlen und Bilanz 2013 vor – von links Landrat Bernhard Reuter, FUK-Geschäftsführer Thomas Wittschurky und Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen. Foto: Schröter

Göttingen. Beinahe jeder 40. der etwa 4000 Männer und Frauen, die im Landkreis Göttingen in einer der Ortsfeuerwehren aktiv sind, hatten im vergangenen Jahr während eines Einsatzes oder dem Übungsdienst einen Unfall, bei dem die Feuerwehr-Unfallkasse (FUK) Niedersachsen Entschädigung zahlen musste.

Das ergibt sich aus dem Unfallbericht 2013, den der gesetzliche Unfallversicherungsträger am Montag präsentierte.

95 entschädigte Unfälle verzeichnete man im abgelaufenen Jahr – sieben mehr als noch im Jahr zuvor. 22 Unfälle ereigneten sich im Übungs- und Schulungsdienst, 16 in Zeltlagern, jeweils zehn bei technischen Hilfsleistungen sowie im Bereich Sport und Fitness, vier bei Bränden, zwei bei Hochwassereinsätzen und 31 bei sonstigen Aktivitäten. Für die FUK Niedersachsen entstanden dabei Gesamtkosten von 34 173,22 Euro.

Niedersachsenweit ereigneten sich 2766 zu entschädigende Unfälle im freiwilligen Feuerwehrdienst – 267 mehr als 2012 (plus 10,8 Prozent). Auf Landesebene stehen Unfälle bei der Brandbekämpfung an erster Stelle (516), gefolgt von Unfällen beim Übungs- und Schulungsdienst (501) sowie in Zeltlagern (373).

„Insgesamt reden wir von einer Unfallfrequenz von 7,58 Feuerwehrdienstunfällen pro Tag“, betonte FUK-Geschäftsführer Thomas Wittschurky. Das Risiko, im Feuerwehrdienst zu verunglücken, sei doppelt so hoch wie in Betrieben der Metall verarbeitenden Industrie und viermal so hoch wie im Einzelhandel.

„Natürlich wäre es schön, wenn man die FUK gar nicht benötigen würde, aber das ist unrealistisch, da Unfälle nun mal passieren“, sagte Landrat Bernhard Reuter. Und diejenigen Frauen und Männer, die bereit seien, ihre eigene Gesundheit für das Wohl anderer einzusetzen, hätten auch ein Recht darauf, im Falle eines Unfalles abgesichert zu sein. Auch wenn diese Absicherung die Kommunen Geld koste, kämen sie ohne diese Art der Versicherung gar nicht aus. „Für uns ist die FUK eine segensreiche und wichtige Einrichtung“, betonte Reuter.

Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen berichtete, dass es in der Vergangenheit schon einen tödlichen Unfall und mehrere Unglücke mit Verletzten gegeben habe, bei denen die FUK gefragt gewesen sei. „Sie ist eine Stütze der Feuerwehren und ein wichtiges Versorgungsinstrument im Hintergrund.“

Die FUK hat 217 000 Versicherte in den niedersächsischen Feuerwehren und einen Haushalt von 8,6 Millionen Euro, von dem 2013 etwa 6,6 Millionen Euro an Leistungen gezahlt wurden. Für Präventionsmaßnahmen bezahlte die FUK 2013 exakt 752 725 Euro.

Von Per Schröter

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