Göttingen: Mehr Forstpersonal gegen Klimaschäden

Gewerkschaft fordert mehr Mischwälder und klimabeständige Baumarten

Ein Förster steht mit seinem Hund im Wald.
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Dürre, Hitze und Stürme setzen dem Wald zu. Die IG Bau fordert mehr Forstpersonal, um den klimagerechten Umbau heimischer Wälder voranzubringen.

Immer mehr heimische Bäume könnten Dürren, Stürmen und Schädlingen zum Opfer fallen, wenn nicht deutlich mehr getan werde, warnte die Gewerkschaft IG Bau in Niedersachsen.

Göttingen/Northeim – Für einen klimagerechten Umbau der Wälder muss nach Auffassung von Gewerkschaftern mehr Forstpersonal eingestellt werden. „Seit Jahren erleben wir einen besorgniserregenden Personalabbau im Forst“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Bezirksverbandes Niedersachsen-Süd in Northeim, Heinrich Grupe. Dem Ausmaß der Schäden werde personell in keiner Weise Rechnung getragen.

Es treffe nun auch Buchen in Göttingen und Northeim

Die Gewerkschaft verweist auf Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums, nach denen in Niedersachsen 2018 bis 2020 insgesamt rund 13 Millionen Kubikmeter Schadholz anfallen. Extreme Wetterlagen und Schädlinge wie der Borkenkäfer vernichteten bis zum Jahresende eine Waldfläche von 26 300 Hektar.

„Auch wenn zuletzt mehr Regen fiel als in den Vorjahren, bleibt die Lage für die Bäume dramatisch“, erklärte Grupe. Neben den besonders anfälligen Monokulturen Fichten und Kiefern treffe es nun auch Buchen, die zunehmend unter ausgetrockneten Böden und Pilzbefall leiden.

Göttingen/Northeim: Gegen den Borkenkäfer hätten die Landesforsten nur einige Förster eingesetzt

Grupe mahnte, um die Wälder für den Klimawandel zu wappnen, müssten weiter Mischwälder angelegt und klimabeständige Baumarten angepflanzt werden. „Der Waldumbau ist jedoch eine Mammutaufgabe, für die es viel mehr Förster und Forstwirte braucht als bislang. Betriebe sollten deshalb auch mehr ausbilden und Azubis übernehmen.“

Zur Bekämpfung der Borkenkäfer hätten die niedersächsischen Landesforsten bislang lediglich einige befristete Förster eingesetzt. Qualifizierte Forstwirtstellen wollten sie weiterhin abbauen.

Göttingen/Northeim: Nachholbedarf beim Waldumbau sei enorm

Der Nachholbedarf beim Waldumbau sei aber enorm, wie die letzte Bundeswaldinventur zeige. Danach machten Nadelbäume 52 Prozent der 1,2 Millionen Hektar des niedersächsischen Waldes aus, ein Großteil davon in Monokulturen.

Auch der Präsident der Landesforsten, Klaus Merker, hatte kürzlich gewarnt, dass die Klimaschäden in Niedersachsens Wäldern immer größere Ausmaße annehmen. „Seit nunmehr drei Jahren kämpfen wir erbittert gegen den Borkenkäfer, müssen mit ansehen, wie alte Buchen in der Sommerdürre schlicht vertrocknen und wie Waldbilder, die wir Jahrzehnte lang entwickelt haben, sich binnen weniger Tage verändern.“  (ana mit epd)

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