Mehr Freiheit mit Fahrrad

Radsport-Camp soll Integration von Flüchtlingen fördern

Radsport-Camp für Flüchtlinge: Anna Klapprodt und Timo Holloway (Turn- und Sportverein Weende) freuen sich, dass das Pilotprojekt so gut bei den jungen Menschen ankommt. Foto: Geier

Göttingen. Radfahren können viele Flüchtlinge, doch mit den deutschen Verkehrsregeln sind nur wenige vertraut. Der Turnsportverein Weende in Göttingen will das ändern und die Intergration in einem Radsport-Camp fördern.

Zwölf Flüchtlinge sitzen sicher auf dem Sattel eines schmalen Rennrads. Mit schnellen, kräftigen Tritten machen sie Tempo.

Hamid (Name von der Redaktion geändert) kann Fahrrad fahren, im Straßenverkehr ist er manchmal etwas ratlos. Er liebt das Tempo und umso schöner ist es für ihn, tief über den Lenker gebeugt, über die Bahn zu rasen. Bei den heißen Temperaturen spürt er gern den kalten Wind am ganzen Körper. „Fahren ist Freiheit“, erklärt Hamid in gebrochenem Deutsch. Zusammen mit alten und neuen Freunden dreht er eine Runde nach der anderen im SVG-Stadion, wird immer schneller und schneller.

Timo Holloway und Anna Klapprodt, beide Studenten an der Universität Göttingen und Mitglieder der TuSpo Weende in Göttingen, hatten die Idee zu dem Pilotprojekt „Radsport-Camp für Flüchtlinge“. „Für die Flüchtlinge müssen mehr Angebote zur Integration geschaffen werden. Es kommen immer mehr, und wir müssen uns noch stärker für sie einsetzen“, erklärt Anna Klapprodt. Durch ein Migrationsseminar hatte sie die Idee. Und das Ergebnis kann sich ihrer Meinung nach sehen lassen. Das Fahrrad biete den Flüchtlingen sehr viele Möglichkeiten und die wollten die Tuspo fördern. „Sport ist super zur Integration“, sagt sie. Sprachbarrieren seien schnell gemeistert.

Räder, Helme und Kleidung wird den Teilnehmern aber zur Verfügung gestellt. Vier Tage lang wird im Radsport-Camp trainiert - im Stadion, auf Radwegen und im Straßenverkehr. Die Helmpflicht ist für alle etwas komplett Neues.

Blätter mit Verkehrsschildern werden hoch gehalten. Die Flüchtlinge kennen schon einige, mit einigen werden sie aber dort erst vertraut gemacht. Viele sind bereits seit einiger Zeit in Göttingen und bewegen sich wie viele mit dem Fahrrad voran. Damit sie sicher im Sattel unterwegs sind, gibt es gleich am ersten Tag einen Hindernisparcours. „Wir alle sitzen gerne im Sattel und das verbindet uns miteinander“, berichtet Timo Holloway, der eine Runde nach der anderen auf der Radrennbahn anführt.

Über die Jugendhilfe Südniedersachsen wurden junge sportbegeisterte Flüchtlinge auf das Pilotprojekt der TuSpo aufmerksam gemacht.

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