Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Mehr Klimaschutz für Göttingen: Ziele der Stadt und der Initiative GöttingenZero

Luise Przibilla und Prof. Dr. Manfred Schüssler.
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Zwei Mitglieder der Initiative GöttingenZero: Luise Przibilla und Prof. Dr. Manfred Schüssler.

Die Veränderungen des Klimas stellen eine globale Herausforderung dar. Vor diesem Hintergrund gilt es, eine lokale Gesamtstrategie für Göttingen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels aufzubauen.

Was tut Göttingen für den kommunalen Klimaschutz?
Die Uni-Stadt verpflichtet sich bereits seit vielen Jahren auf unterschiedlichen Ebenen dem kommunalen Klimaschutz. Sie verfolgt seit 1991 das Ziel, ihren CO2-Ausstoß zu verringern (alle fünf Jahre um jeweils zehn Prozent). Die Stadt hat sich dazu verpflichtet bis 2050 ihre Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen zu beziehen und Göttingen hat mit den Stadtwerken und der Universität ein Integriertes Klimaschutzkonzept für das Stadtgebiet aufgestellt. Im „Leitbild 2020“ erklärt Göttingen außerdem eine nachhaltige Stadtentwicklung zu seinem Leitziel. Obendrein möchte die Uni-Stadt bis 2050 klimaneutral werden. Weitere Infos: zu.hna.de/klimastadtgoettingen2021
Was will die Initiative GöttingenZero erreichen?
Mit einem offenen Brief und Fragen an die Oberbürgermeister-Kandidaten will die Initiative „GöttingenZero“ die Diskussion um die Klimapolitik und die Zukunft der Stadt weiter voranbringen. Göttingen soll bereits bis 2030 klimaneutral werden, erhofft sich „GöttingenZero“. Sie ist eine Ortsgruppe der bundesweiten Initiative „GermanZero“, die ein klimaneutrales Deutschland erreichen will.
Was wurde in dem Offenen Brief an die Oberbürgermeister-Kandidaten thematisiert?
Eine Frage an die Kandidaten sei, ob sie eine Bewerbung Göttingens auf das in Vorbereitung befindliche Förderprogramm der EU „100 klimaneutrale Städte 2030“ anstreben. In diesem Programm sollen 100 europäische Städte bei ihren Bemühungen um Klimaneutralität bis 2030 mit einer Förderung von insgesamt etwa 45 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt für die gegenwärtige Finanzperiode (2021 bis 2027) unterstützt werden, heißt es in dem Brief von „GöttingenZero“. Weitere Hilfen für den Umbau zur Klimaneutralität und die gegenseitige Unterstützung der Städte seien vorgesehen. Voraussetzung für eine Bewerbung sei eine ausreichende Vorbereitung der Stadt, dokumentiert durch einen detaillierten Maßnahmenplan für Klimaneutralität bis 2030.
Warum setzt sich die Initiative GöttingenZero dafür ein?
„Dieses Förderprogramm bietet eine Riesenchance, der Wirtschaft nach der CoronaPandemie klimafreundlich wieder auf die Beine zu helfen“, sagt Mareike Schember von GöttingenZero. Andere Städte hätten schon einen entsprechenden zukunftsweisenden Beschluss gefasst, um Klimaneutralität bis 2030 zu erreichen. „Göttingen hat keine Stahl- und Zementindustrie umzubauen, wir hätten es daher einfacher als andere Städte“, sagt Professor Manfred Schüssler, ebenfalls Mitglied der Initiative.
Gab es positive Rückmeldungen?
Laut „GöttingenZero“ habe es bereits zwei Wochen nach Verteilung des Offenen Briefes auch erfreuliche Reaktionen gegeben. Die Oberbürgermeisterkandidaten Doreen Fragel (Grüne) und Dr. Ehsan Kangarani (CDU) würden es anstreben, dass sich die Stadt unter ihrer Führung im EU Wettbewerb „100 klimaneutrale Städte bis 2030“ bewirbt.
Wie soll der Plan umgesetzt werden?
„Wir freuen uns, nach unseren Gesprächen einige Bewegung in der Klimapolitik des Stadtrats zu sehen, aber die bisherigen Anträge der Fraktionen gehen leider am Vorhaben der Klimaneutralität bis 2030 vorbei – und damit am Pariser 1,5-Grad-Ziel“, so Salome Johannigmann, Mitglied der Initiative. Deshalb habe „GöttingenZero“ mit weiteren lokalen Organisationen einen Antrag erarbeitet, der die Zielsetzung der Klimaneutralität bis 2030 und Anpassung der städtischen Maßnahmen fordert. Die Initiative habe hierzu bereits Gespräche mit Mitgliedern aller Ratsfraktionen geführt, darin Fakten zu ihrem Klimaplan dargelegt und über die politischen und rechtlichen Bedingungen der Umsetzung dieses Plans gesprochen. goettingen-klimaneutral.de

(Carolin Eberth)

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