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Mehr Corona-Patienten auf der Normalstation in der Uni-Klinik Göttingen

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Von: Thomas Kopietz

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Corona: Intensivstation der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) – dort werden Covid-19-Patienten unter hohem Aufwand behandelt – zunehmend aber auch auf Normalstation.
Corona: Intensivstation der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) – dort werden Covid-19-Patienten unter hohem Aufwand behandelt – zunehmend aber auch auf Normalstation. © Swen Pförtner/UMG

Der bundesweite Trend bei hospitierten Corona-Patienten spiegelt sich auch in der Göttinger Uni-Klinik wider: Immer mehr Covid-19-Patienten liegen besonders den Normalstationen.

Göttingen – Die Entwicklung der vergangenen Woche zeigt einen „spürbaren Anstieg der Patientenzahlen, die Lage auf der Corona-Intensivstation ist dabei stabil und beherrschbar“, teilt UMG-Pressesprecher Stefan Weller auf Anfrage unserer Zeitung mit. Weller sagt auch: „Auf den Covid-Normalstationen steigen die Zahlen.“

So lagen am Donnerstag, 3. Februar, insgesamt und damit seit längerer Zeit wieder 40 mit Covid-19-Erkrankung in der Göttinger Uni-Klinik. Das sind etwa zehn mehr als vor 14 Tagen. Von diesen stationär aufgenommenen Patienten, lagen 13 unter besonderer Betreuung auf Intensivstation, 5 von diesen Patienten wurden an ECMO-Geräten beatmet, die die komplette Beatmung übernehmen. 8 Patienten wurden „normal“ unterstützend beatmet.

Zahl der Omikron-Patienten steigt

27 Patienten wurden auf Normalstation behandelt. Das sind deutlich mehr als vor zwei Wochen und vier mehr als am Dienstag. Die UMG widmet hier gemäß ihres Stufenplans eine Normalstation in eine weitere Corona-Normalstation um, so dass die Versorgung gewährleistet bleibt.

Die Zahl der Patienten, die sich mit der Omikron-Variante des SARS-Cov2-Virus infiziert haben, steigt entsprechend der Gesamtsituation auch an der UMG an. Sie liegt aktuell bei fast 100 Prozent aller Covid-19-Fälle. Die Rate der Ungeimpften unter den Patienten liegt dabei weiterhin „unverändert hoch bei 80 bis 90 Prozent“, so Weller.

Mit Aufmerksamkeit verfolgt man in den Kliniken auch erste Studienergebnisse um die wohl noch leichter übertragbare Untervariante von Omikron: BA.2, die es in Deutschland auch schon gibt. Sie könnte zu einer Verlängerung der derzeitigen Infektionswelle führen. „BA.2 wird sich auch bei uns durchsetzen“, schrieb der Immunologe Carsten Watzl am Dienstag auf Twitter. Und das könnte die Omikron-Welle, deren Spitze für Mitte bis Ende Februar prognostiziert war, verlängern.

Infektionswelle könnte sich verlängern

Watzl bezog sich auf eine noch nicht von externen Fachleuten begutachtete Untersuchung aus Dänemark zu dem Omikron-Subtyp BA.2. Demnach ist das eigene Infektionsrisiko bei BA.2 mehr als doppelt so hoch wie bei BA.1. Das gilt sowohl für Ungeimpfte als auch bei Menschen mit Grundschutz und mit Booster-Impfung.

Das Risiko der Virus-Weitergabe ist bei infizierten Ungeimpften ebenfalls stark erhöht, nicht aber bei Geimpften und Geboosterten, so die Studie. Die Forscher sagen aber auch. Impfungen hätten auch mit dem Aufkommen von BA.2 einen Effekt gegen Infektion, Weitergabe und schwere Erkrankung, wenn auch schwächer im Vergleich zu früheren Varianten.

Die höhere BA.2-Anfälligkeit und -Übertragbarkeit bei Ungeimpften werde wahrscheinlich zu einer noch weiteren Steigerung von Übertragungen bei ungeimpften Kindern etwa in Schulen und Kitas führen. Grundlage der Studie waren 8500 Fälle, Infektionen mit BA.1 und BA.2. (Thomas Kopietz)

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