Chef Prof. Michael Karaus ist optimistisch

Mehr Patienten, mehr Mitarbeiter: Weender Krankenhaus wächst weiter

+
Michael Karaus: Medizinischer Leiter des Weender Krankenhauses.

Göttingen. 1000 behandelte Patienten mehr, eine Steigerung bei den erbrachten Leistungen sowie bei der Mitarbeiterzahl auf 1174, der Zukauf des katholischen Krankhauses Neu-Mariahilf – das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende hat ein erfolgreiches Jahr 2014 erlebt.

Dieses Fazit zog der Medizinische Geschäftsführer Prof. Dr. Michael Karaus in seiner Rede zum Neujahrsempfang.

Es sei ein Jahr voller Herausforderungen gewesen, gekennzeichnet von weiter verschlechterten Bedingungen bei der Vergütung der Leistungen. Eine Steigerung sei von den Ergebnissen der Tarifabschlüsse aufgezehrt worden. „Der Druck auf die Kliniken bei gleichen Leistungen Kosten und damit vornehmlich Personal abzubauen, wird immer größer“, stellte Karaus fest. Gleichzeitig beklage die Politik die zunehmende Ökonomisierung des Krankenhaussystems, das passe einfach nicht zusammen.

Karaus beklagte die Situation, dass in Niedersachsen nur 30 Prozent der Krankenhäuser überhaupt noch Gewinne machen würden. Umso bemerkenswerter sei die positive Situation des Weender Krankenhauses, das mit seinem Überschuss im sechsstelligen Bereich auch die Verluste von Neu-Mariahilf ausgleichen konnte.

Zum ersten Mal zog Karaus eine Bilanz für zwei Krankenhäuser. es auch notwendig, alle Abteilungen auf den Prüfstand zu stellen, Doppelleistungen könne es nicht geben. So wurde die Intensivstation von Neu-Mariahilf geschlossen. Gefordert seien auch die Mitarbeiter, sie müssten maximal flexibel sein. Grundsätzlich aber sei man aber überzeugt, dass nach der vollzogenen Fusion 2015 beide Häuser unter einem organisatorischen Dach wirtschaftlich betrieben werden können. Der Ableger des „Weender“ in Lenglern wird in einigen Jahren verschwinden.

Mit dem Kauf hat das „Weender“ auch die Bettenkapazität erhöht: Zu den 412 Akutbetten plus 64 Geriatriebetten in Weende kommen die 104 Akutbetten von Neu-Mariahilf. Mittelfristig werde ein Kapazität von 600 Betten angepeilt, sagte der Medizinische Leiter, der auch auf die Göttinger Klinik-Landschaft in Göttingen schaute: Sie sei mit dem Kauf von Neu-Mariahilf bereinigt worden. Die Hainberg-Klinik steht nun unter der Regie der Universitätsmedizin, die dort die Augenklinik untergebracht hat. Karaus deutete auch eine Verstärkung der Kooperationsbereitschaft mit anderen Häusern wie der UMG und den Asklepios-Kliniken an. Auch die Zusammenarbeit mit der Gesundheitsregion Göttingen solle intensiviert werden.

Schließlich betonte Karaus, dass das Gesundheitssystem ohne viele Mitarbeiter aus anderen Ländern und Kultur-/Religionskreisen nicht funktionieren könnte: „Wir brauchen diese Menschen für die Versorgung und werden sie in Zukunft noch mehr brauchen.“ Dafür steht ein Beispiel im „Weender“: Aus humanitären Grünen hatte das Krankenhaus den Syrer Mohamad Albertaoui als Kardiologen angestellt. Mittlerweile hat er eine feste Stelle und die Approbation ist auf dem Weg. „Er ist ein hochversierter erfahrener Kardiologe und zu einem große Gewinn des Teams geworden“ freut sich Karaus.

Von Thomas Kopietz

Neujahrsempfang im Weender Krankenhaus

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.