Von Fahrzeugkontrollen bis Pförtner-Ampeln

Mehr Sicherheit auf der A7: Diese Maßnahmen sollen helfen

Das soll es nicht mehr geben: Bei einem tödlichen Unfall am 1. April am Laubacher Berg auf der Autobahn 7 durchbrach ein Lastzug die Mittelschutzplanke. Das soll mit Verstärkungen zukünftig verhindert werden. Das Unglück sorgte für kilometerlange Staus – auch auf den Umleitungen. Archivfoto: Burkhardt

Zuletzt häuften sich schwere Unfälle mit Lkw auf der A7. Deshalb wurde bei einer Konferenz in Göttingen über ein ganzes Bündel von Maßnahmen für mehr Sicherheit diskutiert.

Die Ideen für den Streckenabschnitt zwischen dem Dreieck Drammetal bei Göttingen und der Landesgrenze bei Kassel sollen nun geprüft und - wenn möglich - nach und nach umgesetzt werden. Dazu gehören:

Mehr Kontrollen von Lastwagen: Zu geringer Abstand, zu hohe Geschwindigkeit und Ablenkung am Steuer (zum Beispiel durch Handys) - das sind die Ursachen für Unfälle mit Lkw-Beteiligung. Deshalb soll der Schwerverkehr von Polizei, Landkreis und anderen Behörden schärfer kontrolliert werden.

Verstärkung der Mittelschutzplanken: Gleich in mehreren Fällen durchbrachen Lastwagen die Mittelschutzplanken und blockierten beide Fahrtrichtungen. Sie sollen in einigen Bereichen verstärkt werden, damit dies verhindert wird.

Durchgehendes Tempolimit: Auf dem gesamten 26 Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Dreieck Drammetal und der Landesgrenze bei Kassel ist ein Tempo-Limit von maximal 130 km/h im Gespräch. Ohnehin gibt es in Fahrtrichtung Süden auf dem Abschnitt nur noch auf zwölf Kilometern freie Fahrt, in Richtung Norden sind es noch elf Kilometer ohne Limit.

Schnellere Freigabe von Fahrspuren nach Unfällen: Dadurch sollen die Umleitungsstrecken entlastet werden. Dazu sollen die Abläufe bei Bergungsarbeiten überprüft werden.

Einführung von Pförtner-Ampeln: Sie könnten an den Ortseingängen entlang der Umleitungsstrecken aufgestellt werden. Sie schalten auf Rot und stoppen den Durchgangsverkehr, bevor es in den Städten zum Kollaps kommt.

Notbremssysteme auch bei gebrauchten Lastwagen: Das ist eine Forderung aus dem Verkehrsministerium in Hannover. Bei neuen Lastwagen sind die Systeme, die Zusammenstöße bei zu geringem Sicherheitsabstand verhindern sollen, schon Pflicht.

Neues Blitzer-System: Im Gespräch für die A 7 ist das System „Section Control“: Dabei wird die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einem bestimmten Streckenabschnitt ermittelt. Wer dann schneller als erlaubt unterwegs ist, wird am Ende des Abschnitts von einer Kamera geblitzt und später zur Kasse gebeten. Ein Feldversuch startet voraussichtlich Anfang 2016 in der Region Hannover. Wenn dieser erfolgreich abgeschlossen ist, könnte das System auf der Autobahn 7 eingeführt werden. In Österreich gibt es das System schon länger.

Fahrbahn-Check: Bislang wird die Griffigkeit der Fahrbahn auf der Autobahn 7 in der Regel alle vier Jahre überprüft. Dieser Zeitraum soll für den betroffenen Abschnitt auf zwei Jahre verkürzt werden. Der Wert, über den auch der Zustand der Straße bewertet wird, beschreibt den Reibungswiderstand zwischen Fahrzeugreifen und Straße. Entscheidend für die Griffigkeit ist unter anderem, dass die Oberfläche rau ist. Wenn das nicht der Fall ist, muss die aufgeraut oder gegebenenfalls erneuert werden.

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