Schwere Covid-Fälle meist ungeimpft

Corona in Göttingen: Zahl der Covid-Patienten auf Intensivstation steigt

Prof. Dr. Lorenz Trümper im Porträt
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Prof. Dr. Lorenz Trümper: Vorstand Krankenversorgung der Universitätsmedizin Göttingen (UMG)

Die Anzahl der Corona-Patienten auf der Intensivstation der Uni-Klinik Göttingen steigt. Die meisten der Schwerkranken sind Ungeimpfte.

Göttingen – Die Zahl der auf Intensivstationen in niedersächsischen Krankenhäusern versorgten Corona-Patienten steigt stetig – auch in dem Versorger für Schwer-Covid-19-Erkrankte in der Region Südniedersachsen, der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Dort beobachten die Verantwortlichen um Krisenstab-Chef Prof. Dr. Lorenz Trümper die sich verändernde Lage aufmerksam.

Dennoch ist ein klarer Trend zu verzeichnen: In den zurückliegenden 24 Tagen ist die Zahl der stationär behandelten Covid-19-Kranken stetig ansteigend, wie UMG-Sprecher Stefan Weller auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. Am Sonntag, 10. Oktober, wurden zehn Patienten, davon sechs auf Intensivstation behandelt, sechs wurden beatmet, fünf an den ECMO-Geräten komplett extern beatmet. Am Samstag, 30. Oktober, lagen 16 Covid-Patienten in der Uni-Klinik, davon acht auf Intensivstation, sechs werden beatmet, fünf an ECMO-Geräten.

Uni-Klinik Göttingen: Anzahl der Corona-Intensivpatienten steigt täglich

Die Belegungszahlen mit beatmeten Covid-19 Intensivpatienten an der UMG steige täglich an. „Noch ist die Lage an der UMG beherrschbar“, sagt der Vorstand Krankenversorgung, Lorenz Trümper, Vorstand Krankenversorgung an der Universitätsmedizin. Noch hat das keinen Einfluss auf den Normalbetrieb in der Uni-Klinik, was in den vorhergegangenen Corona-Wellen anders war. „Wir hoffen nicht, dass wir bald elektive Operationen verschieben müssen“, sagt Trümper.

Fast alle stationären Covid-19-Patienten, die in der UMG liegen, sind ungeimpft, besonders die mit schweren Verläufen, die intensiv behandelt werden müssen. Es gibt dort laut UMG „einzelne Ausnahmen von Patienten mit schweren Vorerkrankungen, bei denen aufgrund eines geschwächten Immunsystems eine Corona-Impfung keinen ausreichenden Schutz bietet.“

Göttingen: Geimpfte Corona-Erkrankte „besser vor schweren Verläufen geschützt“

Zurzeit seien auch Patienten mit Erstimpfung, aber noch fehlender Zweitimpfung betroffen – darunter auch „etliche jüngere Patienten“, schildert Lorenz Trümper. Grundsätzlich zeige die Entwicklung aber ganz klar auf: „Geimpfte Covid-19-Erkrankte sind besser vor schweren Verläufen geschützt.“ (Thomas Kopietz)

Corona-Patienten in niedersächsischen Kliniken

213 Menschen in Niedersachsen lagen mit Covid-19 auf Intensivstationen, 127 wurden beatmet. Zum Vergleich: Am 12. Juli waren es 42 – das war der niedrigste Stand in 2021. Höchstwert waren laut Divi-Intensivregister 614 Patienten mit 250 Beatmeten am 21. April. Seit dem 18. Oktober steigt die Zahl der intensivmedizinisch versorgten Covid-19-Erkrankten in niedersächsischen Kliniken wieder an – das Verhältnis der davon beatmeten Patienten bleibt in etwa gleich.

Bereits im September zeichnete sich eine derartige Entwicklung in der Uni-Klinik Göttingen ab, als schwer erkrankte Corona-Patienten oft ungeimpft auf den Intensivstationen lagen.

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