Mehr Unfälle: Polizei verschärft in Südniedersachsen Kontrollen

Göttingen. Die Zahl der Unfälle im Bereich der Polizeidirektion Göttingen hat 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf knapp 33.000 zugenommen.

Deshalb will die Polizei ihre Kontrollen insbesondere bei Motorradfahrern verschärfen.

Die Polizeidirektion, die für acht Landkreise zwischen Göttingen und Nienburg zuständig, legte am Donnerstag ihre Zahlen vor. Im Direktionsbereich kamen bei Verkehrsunfällen 74 Menschen ums Leben - ein Anstieg um knapp ein Fünftel. Die Zahl der Schwerverletzten stieg um 1,2 Prozent auf 1040.

Diesem Trend will die Polizei nun entgegenwirken: Deshalb werden die Kontrollen verschärft. Besonders häufig sind Motorradfahrer an Unfällen beteiligt. So kam es 2015 zu 222 schweren Unfällen mit Beteiligung von Motorrädern. Elf Zweiradfahrer verloren ihr Leben, vier mehr als im Jahr zuvor. Deshalb wird zum 1. April direktionsweit eine spezielle „Kontrollgruppe Krad“ eingerichtet. Sie soll dazu beitragen, dass Verkehrsunfälle mit schweren Folgen reduziert werden. Außerdem sollen Fahrer ertappt werden, die ihr Motorrad technisch verändert haben.

Eine Negativ-Entwicklung gibt es aufgrund der demographischen Entwicklung bei den Senioren über 65. So wurden im vergangenen Jahr 206 Personen aus dieser Altersgruppe schwer verletzt - ein Plus von 16,4 Prozent. 21 Senioren kamen ums Leben, zehn mehr als im Jahr zuvor. Deshalb plant die Polizei gemeinsam mit Partnern Präventionskampagnen für diese Altersgruppe.

Überproportional sind weiterhin die jungen Fahrer unter 25 Jahren an den Unfällen beteiligt. Etwa bei jedem achten schweren Unfall ist ein Fahrer aus dieser Altersgruppe verwickelt. „Wir müssen mit Blick auf die jungen Verkehrsteilnehmer noch deutlicher auf die Gefahren und die Folgen schwerster Unfälle hinweisen. Das gilt auch für die Handynutzung während der Fahrt. Am Steuer haben Mobiltelefone nichts verloren“, sagte Polizeipräsident Uwe Lührig. (bsc)

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