Drei Linksaktivisten waren an Blockadeaktion beteiligt

Mehrere Zeugen nicht geladen: Prozess gegen Abschiebungsgegner platzte

Göttingen. Kurz nach Verhandlungsbeginn ist ein Prozess gegen drei Linksaktivisten vor dem Amtsgericht Göttingen geplatzt.

In dem Verfahren sollten sich zwei 60 und 25 Jahre alte Frauen aus Göttingen sowie ein 24-jähriger Mann aus Potsdam wegen Widerstands gegen Vollzugsbeamte und Körperverletzung verantworten.

Die Angeklagten sollen im April 2014 an einer Blockadeaktion beteiligt gewesen sein, mit der Abschiebungsgegner die Rückführung eines somalischen Asylbewerbers durch die Stadt Göttingen verhindern wollten. Die beiden 24 und 25 Jahre alten Angeklagten sollen dabei einem Polizisten in den Finger gebissen haben. Die 60-Jährige soll einem Polizisten den Armschutz abgerissen haben.

Die 60-Jährige ist außerdem wegen mehrerer Sachbeschädigungen angeklagt. Sie soll im Februar 2014 zweimal auf einer zehnmal zehn Meter großen Fläche neben dem Gänselieselbrunnen „Göttingen welcomes refugees“ gemalt haben. Laut Anklage schafften es weder die Stadtreinigung noch die Feuerwehr, diese Asphaltmalerei zu beseitigen, so dass die Stadt eine Reinigungsfirma beauftragte. Insgesamt sei dadurch ein Schaden von mehr als 2200 Euro entstanden. Außerdem soll die Aktivistin im September 2015 auf dem Göttinger Bahnhofsvorplatz vor der Einweihung des neuen Denkmals für die Göttinger Sieben die darüber befindliche Abdeckplane besprüht haben. Im Juli 2016 soll sie ferner dem damaligen NPD-Landratskandidaten Jens Wilke im Göttinger Kreishaus gegen den Kopf geschlagen und roten Glitter über seinen Kopf ausgekippt haben.

Zeugen nicht geladen

Der Prozess wurde bereits kurz nach Verlesung der Anklage ausgesetzt, da sich herausstellte, dass mehrere Zeugen nicht geladen waren und sich innerhalb der vorgeschriebenen Frist kein weiterer Verhandlungstermin fand.

Rubriklistenbild: © Rubrikenlistebild: dpa

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