Prozess vor dem Landgericht Göttingen

Mehrjährige Haftstrafen: Diebe wollten Baumaschinen in Serbien verkaufen

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Das Landgericht in Göttingen: Hier wurden die Angeklagten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Göttingen/Duderstadt. Das Landgericht Göttingen hat vier Angeklagte, die bei Einbruchstouren gezielt hochwertige Baumaschinen und Werkzeuge gestohlen hatten, zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die mit dreieinhalb Jahren höchste Freiheitsstrafe erhielt ein 45-jähriger Mann aus Montenegro, der zuletzt in Duderstadt gewohnt hatte. Die Polizei hatte im März vergangenen Jahres in einer von ihm angemieteten Lagerhalle in Teistungen Diebesgut im Wert von mehreren hunderttausend Euro sichergestellt. Der 45-Jährige war außerdem der Besitzer zweier Fahrzeuge gewesen, welche die Täter bei ihren Einbruchstouren benutzt hatten.

Die übrigen drei Angeklagten, die ebenfalls aus Montenegro beziehungsweise Serbien stammen, erhielten Freiheitsstrafen zwischen 26 und 36 Monaten.

Das Gericht blieb seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte höhere Freiheitsstrafen von bis zu viereinhalb Jahren gefordert. Die Verteidiger hatten dagegen auf Bewährungsstrafen plädiert. Anders als die Staatsanwaltschaft wertete die Kammer die insgesamt sieben Taten nicht als Bandendiebstahl, sondern als Diebstahl, jeweils verbunden mit Sachbeschädigung.

Der seit September laufende Prozess habe einen erheblichen organisatorischen Aufwand erfordert, sagte der Vorsitzende Richter Matthias Thielbeer. Während der gesamten Verhandlung waren mehrere Simultan-Dolmetscherinnen im Einsatz gewesen. Die Angeklagten sowie weitere gesondert verfolgte mutmaßliche Beteiligte hätten sich teilweise bereits seit langem gekannt, sagte der Richter. Einige von ihnen stammten aus den gleichen Dörfern in Serbien. Ausgangspunkt ihrer Aktionen war die von dem 45-jährigen angemietete Halle in Teistungen. Ab 2016 hätten dort wiederholt Landsleute übernachtet, die aus Serbien nach Deutschland eingereist waren.

Diebesgut für Flohmärkte

Von Teistungen aus sollte das Diebesgut nach Serbien gebracht werden, um es auf Flohmärkten zu verkaufen. Kurz vorher schlugen die Fahnder zu und nahmen insgesamt neun Verdächtige fest, fünf von ihnen wurden später wegen fehlender Haftgründe wieder auf freien Fuß gesetzt. „Durch ihren Zugriff hat die Polizei die Fahrt nach Serbien verhindert“, sagte der Richter. Ein Teil der gestohlenen Baumaschinen war bereits versteckt hinter Kühlschränken und Elektrogeräten auf Sprinter verladen.

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