Tag der Arbeit

400 Menschen bei Kundgebung zum 1. Mai vor dem Alten Rathaus

Nachwuchs: Zur Kundgebung der Gewerkschaften auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus in Göttingen kamen am Freitagvormitag etwa 400 Menschen, darunter waren auch ganz junge „Gewerkschaftler“. Foto: Kopietz

Göttingen. Der Rahmen auf dem Markplatz in Göttingen stimmt am Freitagvormittag: trockenes Wetter, lockere Musik, Essen und Getränke und Infostände von Parteien und Gewerkschaften.

Etwa 400 Menschen pflegen dort die Tradition der Maikundgebung nach einem Demonstrationszug vom Platz der Synagoge bis zum Gänseliesel.

An den Themen hat sich seit 125 Jahren Protest am 1. Mai wenig geändert: Es geht um faire Arbeitsbedingungen mit fairer Bezahlung, ungerechte Reichtumverteilung, soziale Gerechtigkeit, den Wert der Arbeit an sich in einer nun allerdings globalisierten Konsum- und Arbeitswelt, um Billigimporte, die weltweit die Rechte der Arbeitnehmer unterlaufen helfen. Gerechte Bezahlung weltweit, keine Diktatur der Banken, das fordern die Redner wie Martina Manthey auf dem Marktplatz. Vertreter der Gewerkschaften erinnern auch an die Situation in den Betrieben, ein Streik der Erzieherinnen steht bevor.

In diesem Jahr ist der Anteil der jungeren Zuhörer bei der Veranstaltung am traditionellen, 125 Jahre alten „Tag der Arbeit“ hoch. Viele Eltern haben auch ihre Kinder mitgebracht, um zu zeigen, dass nicht alles nur toll ist im momentan gut dastehenden Deutschland, dass es Arbeitgeber gibt, die lügen und den Mindestlohn unterlaufen.

Kundgebung zum Tag der Arbeit in Göttingen

Daran, dass der 1. Mai ein Tag der Arbeiterbewegung in vielen Staaten ist, erinnern auch zahlreiche Banner und das Anatolische Kulturzentrum. Das Earl Mobile Orquestra macht internationale Musik und viele Menschen nutzen die Veranstaltung zu Gesprächen. Immer wieder sind Wortfetzen wie „unbezahlte Überstunden, Unterlaufen des Mindestlohns, gerechte Bezahlung, viel zu lange Lebensarbeitszeit“ zu hören. Nicht alles ist gut im reichen, renommierten Deutschland. Daran zu erinnern, das sei gerade jetzt wichtig, sagt ein Zuhörer und schwenkt eine DGB-Fahne. „Gewerkschaften sind immer noch wichtig.“

Termin

Sonntag, 3. Mai, 10 Uhr, Johannis-Kirche: Gottesdienst, Motto: „Arbeit der Zukunft“, mit Superintendent Friedrich Selter, KDA-Pastor Stephan Eimterbäumer, DGB-Regionsgeschäftsführer Lothar Hanisch, Musik: Bernd Eberhardt

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