Merkur als kleiner Punkt vor der Sonne: Aktionstag von Instituten

Schauten in den Sonne mit dem Merkur davor: (von links) Dr. Klaus Reinsch, Sascha Häusler und Niclas Mrotzek verfolgten das Himmelsschauspiel. Foto: Voß

Göttingen. Ein seltener Gast war am Montag der heimliche Star am Göttinger Himmel: der Planet Merkur. Alle paar Jahre ist er als kleiner dunkler Punkt vor der Sonne zu sehen.

„Wir können ihn gerade auf seinem sogenannten Transit an der Sonne vorbei begleiten“, erklärte Dr. Klaus Reinsch während er auf dem Dach des Astrophysikalischen Instituts der Universität Göttingen stand und mit einer Gruppe von Besuchern durch ein Teleskop blickte.

„Der Merkur kreist als kleinster Planet im Sonnensystem in einer viel engeren Umlaufbahn um die Sonne als die Erde und überholt sie alle 108 bis 130 Tage. Weil seine Bahn aber in einem anderen Winkel als die der Erde verläuft, ist er jedoch nur rund 13 Mal im Jahrhundert direkt vor der Sonne zu sehen“, sagte Reinsch.

Anlässlich des seltenen Naturschauspiels boten das Astrophysikalische Institut und das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) Interessierten die Gelegenheit, den Weg des Merkur durch einen gefahrlosen Blick ins Teleskop mitzuerleben oder sich in Vorträgen über den Planeten zu informieren.

Für ihre Besucher hielten die Wissenschaftler bis dahin Teleskopmodelle verschiedenster Technik und Epochen zum Durchschauen bereit. Während das Beobachten dieser Naturschauspiele bis vor einigen Jahrzehnten insbesondere Wissenschaftlern zur Erforschung des Weltalls vorbehalten war, richteten sie sich heute mit ihren Angeboten zunehmend an interessierte Laien, erklärte Dr. Elisabeth Guggenberger, Pressesprecherin des MPS.

„Wir möchten den Besuchern insbesondere die Dimensionen des Universums verdeutlichen“, betonte sie. Mit ihrem Angebot stießen die Forscher von Uni und MPS denn auch auf das Interesse vieler Göttinger. „Eine tolle Aktion“, war auch Amelie Hilger begeistert.

In ihrer freien Zeit nutzte die Physikstudentin die Chance, einen Blick auf das ferne Gestirn zu erhaschen, „so etwas einmal live mitzuerleben ist nicht nur aus fachlicher Sicht ein tolles Erlebnis. Es bleibt bestimmt vielen lange in Erinnerung.“

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