Auf der Gotmarstraße

Mess-Anlage in der Göttinger Innenstadt blitzt auch die Radler

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Der Radar-Anhänger in der Gotmarstraße in Göttingen: Dort werden auch Radfahrer geblitzt. Sie müssen aber keine Konsequenzen befürchten.

Der Blitzer-Anhänger der Stadt steht in dieser Woche auf der Gotmarstraße in der Göttinger Fußgängerzone. Auch Radfahrer werden dort geblitzt. 

Auch Radfahrer werden auf der Gotmarstraße in der Göttinger Innenstadt von der Mess-Anlage geblitzt. Sie müssen allerdings keine Konsequenzen befürchten. 

„Die Straße wird von Fußgängern, aber auch von Fahrradfahrern und berechtigten Verkehren genutzt“, sagt Stadtsprecher Dominik Kimyon. „Dazu zählen Anwohner-, Liefer- und Taxiverkehre sowie solche, die über eine Sonderdurchfahrtserlaubnis verfügen.“

Schrittgeschwindigkeit wird oft nicht eingehalten

Im Rahmen mehrerer Messungen habe sich jedoch herausgestellt, so der Stadtsprecher, dass die zulässige Schrittgeschwindigkeit von vielen nicht eingehalten wird. „Das birgt in einer Fußgängerzone nachvollziehbar Gefahren, denen dadurch begegnet werden soll.“

Wo der Blitzeranhänger aufgestellt wird, entscheidet der Stadtordnungsdienst grundsätzlich in Absprache mit der Polizei. In der Regel bleibt er zwischen ein bis zwei Wochen am selben Standort stehen. 

In der Gotmarstraße voraussichtlich nur diese Woche. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit in einer Fußgängerzone wie der Gotmarstraße ist Schrittgeschwindigkeit, nach aktueller Rechtsprechung sind das 10 km/h. „Geblitzt wird aus messtechnischen Gründen aber erst ab etwa 20 km/h“, erklärt Kimyon.

Standort hat sich unter Bus- und Taxifahrern herumgesprochen

Ein Facebook-Nutzer würde sich freuen, wenn in der Gotmarstraße auch mal die Radfahrer geblitzt würden. Das bestätigt der Pressesprecher der Stadtverwaltung: „Fahrradfahrer werden geblitzt, allerdings aktuell ohne Konsequenz. Es finden daher auch keine Recherchen statt.“

Der Besitzer eines Geschäftes, das sich direkt gegenüber des Blitzers befindet, findet diesen Ort genau richtig. Viele Autos rasen hier viel zu schnell durch, obwohl sie generell gar nicht hier lang fahren dürften. Jörg und Sabine Opitz aus Adelebsen sind hingegen sprachlos. 

„Wir finden diesen Ort nicht sinnvoll für einen Blitzer. Der sollte bei Gefahrenstellen wie Schulen oder Kindergärten aufgestellt werden, wo man als Autofahrer Rücksicht nehmen muss.“

Unter Bus- und Taxifahrern hat sich der Standort schnell herumgesprochen. Die Fahrer der Göttinger Verkehrsbetriebe wurden sogar schon vergangene Woche auf den Standort des Blitzers hingewiesen. Bei einem Besuch vor Ort in der Gotmarstraße fuhren Taxis und Busse langsam. 

Innerhalb einer Minute wurden hingegen drei Autofahrer geblitzt, die zwar langsam, aber eben nicht Schrittgeschwindigkeit gefahren sind. Darunter waren auch Firmenwaren.

Blitzer-Anhänger: Einnahmen übersteigen bereits Anschaffungskosten

Der Blitzeranhänger, der seit Oktober für die Stadtverwaltung im Einsatz ist, hat bereits 350 000 Euro an Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern erzielt und somit seinen Anschaffungswert in Höhe von 131 000 Euro locker wieder reingeholt. Diese Summe nannte Dominik Kimyon, Sprecher der Stadt Göttingen, auf Anfrage. 

Der Anhänger war bereits auf vielen Straßen im Stadtgebiet im Einsatz, so auf dem Autobahnzubringer, im Waldweg, der Goßlerstraße, der Geismar Landstraße und der Holtenser Landstraße oder im Brauweg, der Friedrich-Naumann-Straße, der Ewaldstraße und der Wöhlerstraße, um nur einige zu nennen. 

Seit Montag steht er erstmals in einer Fußgängerzone, und zwar in der Gotmarstraße. Bei Inbetriebnahme im vergangenen Herbst betonte Christian Schmetz, Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent der Stadt Göttingen, dass der Anhänger insbesondere in Gefahrenbereichen sowie in Lärmschutzbereichen eingesetzt werden sollte. 

„Uns geht es dabei um die Sicherheit im Straßenverkehr und um den Schutz von Anwohnerinnen und Anwohnern.“

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