Messerangriff auf Polizist: 30-Jähriger kommt in die Psychiatrie

Göttingen. Ein 30-jähriger Mann aus Göttingen, der im November vergangenen Jahres an einer Tankstelle in Göttingen einen Polizisten mit einem Messer und einer Schreckschusspistole attackiert hatte, bleibt auf unbefristete Zeit in der Psychiatrie untergebracht.

Das hat am Mittwoch das Landgericht Göttingen angeordnet. Die Richter folgten damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen dafür plädiert, die Maßregel zur Bewährung auszusetzen.

Das Gericht stützte sich bei seiner Entscheidung auf das Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen. Demnach war der 30-Jährige zur Tatzeit aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig. Er leide seit 2006 an einer chronischen Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis. Vor der Tat habe er außerdem die Designer-Droge MDPV eingenommen.

Die Kammer sah die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft als erwiesen an. Danach wollte sich der 30-Jährige am Tatabend an der Tankstelle etwas zu trinken kaufen, hatte aber kein Geld dabei. Nachdem die Verkäuferin ihn mehrfach vergeblich aufgefordert hatte, die Tankstelle zu verlassen, rief sie die Polizei. Der 30-Jährige ignorierte indes auch den Platzverweis der Beamten. Stattdessen zog er plötzlich ein Messer und verletzte damit einen Polizisten im Gesicht. Anschließend feuerte er einen Schuss aus einer Schreckschusswaffe ab.

Das Gericht stufte den Angriff als gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoß gegen das Waffengesetz ein. Aufgrund seiner krankhaften seelischen Störung sei der 30-Jährige weiterhin für die Allgemeinheit gefährlich, sagte der Vorsitzende Richter Ralf Günther.

Es bestehe die Gefahr, dass er in einer vergleichbaren Situation erneut erhebliche Straftaten begehen werde. Lediglich die stationäre Behandlung in einem psychiatrischen Krankenhaus biete die Aussicht, dass er von seiner Krankheit geheilt werde. Auch wenn der 30-Jährige dies bislang anders sehe, sei die Unterbringung das Beste, was ihm passieren könne. „Je engagierter Sie bei der Behandlung mitarbeiten, desto schneller werden Sie wieder in Freiheit sein.“ (pid)

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