Staatsanwaltschaft und Verteidiger legen Revision

Messerattacke am Göttinger „Kauf Park“ beschäftigt jetzt den Bundesgerichtshof

Göttingen. Die Messerattacke auf eine 22-jährige Frau am Einkaufszentrum „Kauf Park“ in Göttingen wird nun auch noch den Bundesgerichtshof (BGH) beschäftigten. 

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte hätten gegen das Urteil des Landgerichts Göttingen Revision eingelegt, teilte eine Gerichtssprecherin mit.

Die Schwurgerichtskammer hatte den 24-jährigen Ex-Freund der Frau im August nach fünfmonatiger Verhandlung wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie mehrerer weiterer Gewaltdelikte zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der bereits mehrfach vorbestrafte Angeklagte Anfang September 2017 mit einem Klappmesser auf seine 22-jährige Ex-Freundin eingestochen und sie durch Stiche in Kopf und Brust schwer verletzt hatte.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Gesamtstrafe von neuneinhalb Jahren gefordert hatte. Anders als die Staatsanwaltschaft wertete das Gericht die Messerattacke nicht als versuchten Mord, sondern als versuchten Totschlag, da weder das Mordmerkmal der niederen Beweggründe noch der Heimtücke vorliege. Die 22-Jährige sei nicht arglos gewesen, da sie schon vorher immer wieder Schlägen ausgesetzt gewesen sei. Insgesamt sei ihr Verhalten sehr ambivalent gewesen.

Die Verteidigung hatte dagegen auf eine Freiheitsstrafe von höchstens vier Jahren plädiert. Ferner beantragte sie die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Hierzu sah die Kammer allerdings keinen Anlass. Der Angeklagte habe vor der Tat zwar Bier und Ecstasy konsumiert, dies habe aber keinen Einfluss auf sein Verhalten gehabt.

Rubriklistenbild: © Thomas Kopietz

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