Drei Jahre nach der Tat startet Prozess

Messerattacke in Göttinger Innenstadt: 24-Jähriger steht wegen versuchten Mordes vor Gericht

Der Eingang zum Landgericht Göttingen
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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier hat der Prozess gegen den 24-Jährigen begonnen.

Drei Jahre nach einem versuchten Tötungsdelikt in der Göttinger Innenstadt hat am Mittwoch vor dem Landgericht Göttingen der Prozess gegen den Tatverdächtigen begonnen.

Göttingen – Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24 Jahre alten Mann aus Hannover versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Der Angeklagte soll im März 2018 im Verlauf eines Streits einen heute 31 Jahre alten Göttinger in der Nikolaistraße mit einem Messer angegriffen und durch mehrere Stiche lebensgefährlich verletzt haben. Der 31-Jährige überlebte nach einer Notoperation.

Die Staatsanwaltschaft sieht bei diesem Gewaltdelikt das Mordmerkmal der Heimtücke als erfüllt an. Der 24-Jährige habe plötzlich sein Messer aufgeklappt und zugestochen; der 31-Jährige habe dabei keine Abwehrmöglichkeit gehabt. Der Angeklagte habe mehrfach zugestochen und dabei den möglichen Tod des Opfers billigend in Kauf genommen.

Bei der Tat soll auch die Freundin des Angeklagten zugegen gewesen sein. Diese war früher mit dem 31-Jährigen liiert gewesen. Offenbar hatte es nach dem Ende der Beziehung noch Streitereien gegeben. Worum es dabei genau ging, blieb zunächst unklar. Der Angeklagte selbst wollte zum Prozessauftakt noch keine Angaben machen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der 24-Jährige am Tatabend nach Göttingen gefahren und hatte sich dort in einer Shisha-Bar nach dem Mitinhaber erkundigt, um sich mit diesem über die Freundin beziehungsweise Ex- Freundin auszusprechen. Diese sei dann auch dazu gekommen, als beide vor die Tür gingen und sich hinter die Nikolaikirche begaben. Im Verlauf des Streitgesprächs soll sie ihren Ex-Freund als „Hurensohn“ beschimpft haben.

Als dieser daraufhin laut geworden sei, habe der Angeklagte ihn gepackt und gegen den Kopf geschlagen, heißt es in der Anklage. Dann habe er ein griffbereit mitgeführtes Messer aufgeklappt und dem 31-Jährigen einen Stich in den linken Rücken versetzt. Danach habe er ihm noch mehrfach in den linken Brustkorb und den Kopf gestochen. Er habe dann schließlich von ihm abgelassen, weil er sich bei selbst erheblich an den Fingern verletzt habe. Das Opfer sei dann in die Bar zurückgegangen. Kurz darauf kam der 31-Jährige mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus, wo er notoperiert wurde.

Der Angeklagte hatte sich einen Tag später in Begleitung seines Anwalts auf einer Polizeidienststelle in Hannover selbst gestellt. Am Folgetag erließ der Haftrichter des Amtsgerichts Göttingen einen Haftbefehl. Der 24-Jährige saß dann für rund drei Monate in der Jugendanstalt Hameln in Untersuchungshaft. Ende Juni 2018 wurde der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt. Im gleichen Monat hatte die Staatsanwaltschaft Göttingen Anklage gegen ihn erhoben. Danach vergingen mehr als zweieinhalb Jahre, bis das Landgericht Göttingen nun die Verhandlung ansetzte. (Heidi Niemann)

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