Bewährungsstrafe

Messerattacke: Landgericht Göttingen verurteilte 24-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung

Der Eingang zum Landgericht Göttingen
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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier wird gegen den 59-Jährigen verhandelt. (Archivfoto)

Das Landgericht Göttingen warf einem 24-jährigen Mann aus Hannover gefährliche Körperverletzung vor. Nun fiel das Urteil.

Göttingen – Im Prozess um eine Messerattacke in der Göttinger Innenstadt hat das Landgericht Göttingen am Montag einen 24-jährigen Mann aus Hannover zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Nach Ansicht der Kammer hat sich der 24-Jährige der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht.

Der Angeklagte habe im März 2018 im Verlauf eines Streits den Ex-Freund seiner damaligen Freundin durch mehrere Messerstiche schwer verletzt. Der 31-jährige Göttinger erlitt dabei erhebliche Verletzungen im Oberkörper und im Kopfbereich. Ein Stich war so heftig, dass dabei eine Rippe brach.

Messerattacke in Göttingen: Verteidigung plädierte auf Freispruch

Das Gericht blieb mit seinem Urteil, in das auch ein früheres Urteil des Amtsgerichts Hannover wegen Betruges einbezogen ist, deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte für den 24-Jährigen eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und zwei Monaten beantragt.

Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch plädiert, weil sich der Angeklagte in einer „durchgehenden Notwehrsituation“ befunden habe.

Vorsitzender Richter Tobias Jakubetz

Nach Ansicht der Kammer hat der Angeklagte dagegen nicht in Notwehr gehandelt. Dass die Richter dem 24-Jährigen trotzdem eine Bewährungsstrafe zubilligten, lag unter anderem daran, dass die Tat bereits drei Jahre zurückliegt.

In dem Urteil wird ausdrücklich festgestellt, „dass sich das Verfahren rechtsstaatswidrig verzögert hat“. Der zweite Grund war die Beweislage: Das Gericht hatte vier Zeugen vernommen, die am Tatabend bei dem Vorfall in der Nähe einer Shisha-Bar in der Nikolaistraße zugegen gewesen waren.

Messerattacke in Göttingen: 250 Stunden gemeinnützige Arbeit

Die Kammer habe sich aber auf keine dieser Aussagen stützen können, da alle vier Zeugen gelogen hätten, sagte der Vorsitzende Richter Tobias Jakubetz bei der Urteilsverkündung. Dieser machte aus seiner Verärgerung keinen Hehl: „Es ist ärgerlich, so von Zeugen an der Nase herumgeführt zu werden.“

Der 24-jährige Angeklagte hatte bei seiner Messerattacke selbst erhebliche Verletzungen an der Hand erlitten. Als Bewährungsauflage muss der Mann nun unter anderem 250 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. (Heidi Niemann)

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