Verhandlung am Landgericht Göttingen

Messerstecher-Prozess: Zeugen am Göttinger Kaufpark berichten von schlimmen Schreien

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Göttingen Kaufpark: An der Bushaltestelle Kaufpark West wurde am 1. September 2017 eine Frau am Vormittag schwer verletzt – durch Messerstiche. Die Frau kam in die Uni-Klinik.

Im Prozess um die Messerattacke am Kaufpark West im September 2017 auf eine 22-jährige Frau haben weitere Zeugen ausgesagt, die das Geschehen beobachtet hatten. 

Sie befanden sich entweder kurz vor oder nach der Tat am Ort des Geschehens und hatten sich um die  Schwerverletzte gekümmert. Zwei Handwerker, die an dem Vormittag in der Spielothek beschäftigt waren, hatten die Frau eine halbe Stunde zuvor gesehen, wie sie mit einem Mann einen Zebrastreifen überquerte. Die beiden seien eng umschlungen gewesen, hätten wie ein Liebespaar gewirkt, sagten beide Handwerker aus..

Als sie ihre Arbeit beendet hatten und aus der Spielothek kamen, sahen sie die Frau mit stark blutenden Verletzungen auf einer Bank an der Bushaltestelle. Der Mechaniker schickte den Lehrling zum Firmenauto, um den Erste-Hilfe-Kasten zu holen, und legte ihr einen Verband um die Wunde am Kopf. Währenddessen hielt sein 21-jähriger Kollege die Hand der Schwerverletzten, um sie zu stützen. Die Frau habe immer von ihren Kindern gesprochen und gesagt: „Ich will noch nicht sterben.“

In dem Prozess muss sich ihr mehrfach vorbestrafter 24-jähriger Ex-Freund wegen versuchten Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, mehrmals mit einem Klappmesser auf sie eingestochen zu haben. Die 22-Jährige erlitt schwere Stichverletzungen im Kopf- und Brustbereich und musste operiert werden.

Laut Strafverfolgungsbehörde war der Angeklagte hochgradig eifersüchtig und wollte nicht akzeptieren, dass sie sich einige Tage zuvor von ihm getrennt hatte. Er habe sie am Tattag in dem Einkaufszentrum aufgesucht, sie in den Arm genommen, geküsst und sei mit ihr zu ihrem Auto gegangen. Dann habe er sie gegen ihren Willen in eine Einfahrt gezogen und mehrfach geküsst. Als sie gehen wollte, habe er ihr einen Faustschlag ins Gesicht versetzt, sodass sie zu Boden fiel. Dann habe er mit den Worten „Wenn ich dich nicht haben kann, dann kann dich keiner haben“ ein Messer gezückt und auf sie eingestochen.

Eine Rentnerin, die mit ihrem Mann einen Einkaufsbummel unternahm, hörte, wie eine Frau laut um Hilfe schrie und wild gestikulierend auf etwas aufmerksam machen wollte. Offenbar war sie Zeugin der Bluttat geworden. „Ich habe noch nie einen Menschen so schreien gehört“, berichtete die Rentnerin. Die Frau sei panisch gewesen. Ihrem Mann sei dann eine andere Frau entgegengekommen. Die habe gesagt: „Er hat mir in den Kopf gestochen.“

Während die Rentnerin Polizei und Rettungsdienst verständigte, begleitete ihr Ehemann die Verletzte zu der Bank an der Bushaltestelle. Die Frau habe gesagt, dass sie das Messer ganz tief im Kopf gespürt habe, berichtete der Rentner. Außerdem habe sie den Namen des Täters genannt und die umstehenden Menschen aufgefordert, diesen Namen zu behalten. Eine Zeugin habe den Namen in ihr Handy eingegeben.

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