Universität-Gremien wählten den Physiker

Metin Tolan wird neuer Präsident der Uni Göttingen

Metin Tolan
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Physiker: Metin Tolan wird Präsident der Uni Göttingen.

Der Transfer ist unter Dach und Fach: Metin Tolan wechselt von der Technischen Universität Dortmund nach Göttingen.

Göttingen - Dort wird der Fußball- und Star-Trek-Fan auf der Kommandobrücke der Universität Platz nehmen: Der Professor für Physik wurde am Mittwoch von den Gremien zum künftigen Präsidenten der Georg-August-Universität gewählt – und das einstimmig, was als Zeichen zu werten ist. In das präsidiale Büro am Wilhelmsplatz wird Tolan voraussichtlich „im Frühjahr“ einziehen, wie die Uni meldete.

Er folgt auf Reinhard Jahn, der ein Jahr lang bis Ende Dezember 2020 als Interimspräsident wirkte und die traditionsreiche Uni nach Turbulenzen, verursacht durch Nichterreichen des Exzellenz-Status, danach den vorzeitigen Ausstieg der Präsidentin Ulrike Beisiegel und dem, auch durch Proteste erzwungenen, Rückzug deren designierten Nachfolgers Sascha Spoun wieder in ruhiges Fahrwasser geleitet hatte. Zwischenzeitlich führt Vizepräsidentin Dr. Valérie Schüller zum zweiten Mal die Geschäfte.

Tolan stellte sich am Mittwoch via Zoom auch den Uni-Mitglieder und Mitarbeitern vor. Dann folgte die Präsentation in der gemeinsamen Sitzung von Senat und Stiftungsausschuss. Dort hatten die Mitglieder der Gremien auch die Möglichkeit´, Fragen an den von der Findungskommission vorgeschlagenen Kandidaten zu richten.

„Ich freue mich sehr über die Wahl und das Vertrauen, das in mich gesetzt wird, und danke allen Beteiligen dafür, dass dies unter den strengen Corona-Bedingungen ermöglicht wurde“, sagte Tolan. „Es ist eine große Ehre, zum Präsidenten einer Spitzenuniversität gewählt worden zu sein. Dieser Schwung muss jetzt mitgenommen werden, um die Universität auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten.“

Der 55-Jährige ist seit 2001 Professor für Experimentelle Physik an der Technischen Universität (TU) Dortmund. Bekannt ist Metin Tolan zudem als Wissenschaftskabarettist und Autor von populärwissenschaftlichen Büchern. So beschäftigte sich Metin Tolan mit der Physik der Star Trek-Serie und bezifferte das Gewicht des Raumschiffs Enterprise, untersuchte den Untergang der Titanic nach physikalischen Gesichtspunkten, betrachtete die Berechenbarkeit und Physik des Fußballspiels sowie in James-Bond-Filmen. Tolan gastierte auch beim Göttinger Literaturherbst – in der Wissenschaftsreihe: 2011 stellte er sein Buch „Die Star Trek Physik“ – und erhielt die „Science Communication-Medaille“ des Göttinger Literaturherbstes, verliehen von den hiesigen Max-Planck-Instituten, die die Wissenschaftsreihe des Literaturfestivals organisieren. (Thomas Kopietz)

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