Meuterei auf der Puppenbühne

Figurentheatertage: Stück des Guglhupf-Theaters könnte Publikumsliebling werden

Ganz schön anstrengend: So hoch musste Frieder Kräuter seine Arme halten, damit er die Puppen spielen konnte, ohne dass ihn das Publikum sah. Das Foto zeigt die Kulisse für das Leben auf Tahiti mit dem König auf seinem Thron. Foto: Eriksen

Göttingen. Bei den diesjährigen Göttinger Figurentheatertagen spielte Frieder Kräuter vom Guglhupf Puppentheater aus Gernsbach „Bounty – Meuterei in der Südsee“ in der Regie von Friederike Krahl.

Im Urlaub erfährt Fritz Fleischinger von seinem Chef, dass er nach Castrop-Rauxel versetzt werden soll. Er hat eine Stunde Bedenkzeit. Nimmt er nicht an, wird er entlassen. Aufgewühlt fängt Fritz in der Badewanne zu träumen an und findet sich auf der Bounty als ersten Offizier wieder.

Es folgt eine fantasiereiche Darstellung des bekannten Meuterei-Dramas. Dabei nutzt Kräuter aus den Möglichkeiten des Figurentheaters vor allem Armpuppen und Schattenspiel. Herausragend sind die stimmlichen und schauspielerischen Fähigkeiten des Spielers, der gekonnt allen Figuren ihr individuelles Leben einhaucht. Die aufwendige Musik vom Band überbrückt nicht nur Umbaupausen, sondern illustriert auch aufs Beste den jeweiligen Spielort.

Kulissenelemente und Regie überzeugen. Beeindruckend sind zum Beispiel der Sturm mit wehenden Segeln und der Tanz der Insulanerinnen. Und man hat viel zu lachen, nicht zuletzt, wenn sich die Moderne mit dem 18. Jahrhundert kreuzt. Es gibt sogar eine kleine Ferkelei in dem ansonsten kindertauglichen Stück. Aber bevor man sie richtig mitbekommen hat, ist sie auch schon wieder vorbei. Erotik pur auf Tahiti!

Als Fritz Fleischinger gerade am schönsten träumt, klingelt sein Handy. Und natürlich erzählt er nach seinen Erfahrungen mit dem tyrannischen Kapitän auf der Bounty seinem Chef, wohin er sich Castrop-Rauxel stecken könne.

Lang anhaltender, begeisterter Applaus der 160 Zuschauer im großen Saal der Musa war der Lohn der Mühen. Ob die „Meuterei in der Südsee“ als Publikumsliebling gewählt wurde, wird erst am 22. Februar zum Ende der 30. Göttinger Figurentheatertage feststehen. (zäl)

Von Anne-Lise Eriksen

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