Mezzotinto: Plastische Kunstwerke in Sonderschau

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Ausstellung: Studierende Verena Suchy und ein Bildnis von Georg II. (1683-1760), König von Hannover und Gründer der Uni Göttingen, das von Johann Jacob Haid geschaffen wurde.

Göttingen. Wenn geschäftstüchtige Künstler vor der Entwicklung der Fotografie Werbung für ein neues Gemälde machen wollten, nutzten sie manchmal das Druckverfahren Mezzotinto oder Schabkunst, um potentielle Käufer anzusprechen. Diese Werke sind jetzt in Göttingen zu sehen.

Denn mit Reproduktionen ihres Werkes mit dieser, dem Tiefdruck ähnlichen, Technik ließen sich plastische, ja malerische Wirkungen erzielen. Sozusagen die HD-Qualität des 18. Jahrhunderts.

Die bis zum 1. März 2015 andauernde Sonderausstellung „Die englische Manier“ in der Gemälde- und Skulpturensammlung der Uni Göttingen an der Weender Landstraße 2 widmet sich jetzt diesem Thema.

Kuratorin und Herausgeberin Dr. Anne-Katrin Sors und die Studierenden Arwed Arnulf, Sonja Friedrichs, Antje Habekus, Christian Scholl und Verena Suchy haben dazu einen lesenswerten Katalog erstellt. Mezzotinto oder Schabkunst erlebte seine Blütezeit in England. Wegen der Personalunion hannoverscher Herzogs- und britischer Königswürde wurde sie deshalb auch als „englische Manier“ bezeichnet. Sie ist die erste grafische Technik, in der über Linie und Schraffur hinaus flächige Tonwerte und ihre Abstufungen vom samtigen Schwarz bis zu reinem Weiß geschaffen werden konnten.

105 Werke

Anhand von 105 Werken zeigt die Ausstellung die Entwicklung dieser Technik. Sie basiert auf den Ergebnissen einer Arbeitsgruppe im Wintersemester 2013/14 am Kunstgeschichtlichen Seminar der Uni. Weil der technische Aufwand für die Herstellung der Druckplatten sehr hoch ist und sich in der Regel kaum mehr als 50 Drucke in bester Qualität herstellen lassen, spielte die Schabkunst nach Einführung der Fotografie eine Randerscheinung.

Die Ausstellung ist sonntags von 10 bis 16 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet drei Euro, für Göttinger Studierende mit Kulturticket ist der Eintritt frei. (zhp)

www.uni-goettingen.de/de/kunstsammlung/304930.html

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