MHH-Professor: Talsohle bei Organspenden ist erreicht - Skandalfolgen

Operation an einem Menschen: Organspenden im Bundesgebiet sind leicht zurückgegangen. Foto: Symbolbild dpa

Göttingen. Die Folgen des Organspendeskandals vor zwei Jahren sind laut des Transplantationsexperten der Medizinischen Hochschule Hannover, Professor Axel Haverich, weiterhin spürbar.

„Die Organspenden im Bundesgebiet sind auch in diesem Jahr leicht zurückgegangen“, sagt der MHH-Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der „Neuen Presse“ in Hannover. Haverich glaubt aber auch: „Die Talsohle ist erreicht.“

In unzähligen Veranstaltungen hätten er und seine Kollegen versucht, verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Dabei habe er die Erfahrung gemacht, dass man am besten die Betroffenen zu Wort kommen lässt. „Ich kann noch so viel reden, aber wenn ein Patient erzählt, wie ihm ein Spenderorgan das Leben gerettet hat, dann wird es sehr emotional.“

Nach Einschätzung Haverichs haben die Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Spenderorganen vor allem das Vertrauen bei Kollegen beschädigt: „Die Ärzte sind kritischer geworden, die Meldungen aus den Krankenhäusern sind zurückgegangen.“

Dabei seien die Rahmenbedingungen besser geworden. Es gebe jetzt mehr Transplantationsbeauftragte in den Kliniken, und auch die Vergütung der Krankenkassen für die Meldung eines Spenderorgans sei besser geworden.

Im Sommer 2012 und danach waren Manipulationen bei Organtransplantationen in Göttingen und in weiteren Universitätskliniken bekanntgeworden. (epd/tko)

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