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Wohnen in Göttingen wird teurer: So sehr sind die Mieten gestiegen

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Von: Peter Mlodoch

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Die Mieten in Niedersachsen sind seit 2013 durchschnittlich um 40 Prozent gestiegen. Göttingen gehört zu den zwölf teuersten Kommunen im Bundesland.

Hannover/Göttingen – Die Mieten für normale neu- oder wiedervermietete Wohnungen in Niedersachsen sind in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 40 Prozent gestiegen. Betrugen diese sogenannten Angebotsmieten 2013 im Landesdurchschnitt noch 5,80 Euro nettokalt pro Quadratmeter, waren es im ersten Halbjahr des laufenden Jahres 8,24 Euro.

Göttingen tauchte 2013 in der Liste der zwölf teuersten Kommunen auf (Platz 8), mit 7,62 Euro. 2022 klettert die Uni-Stadt mit 9,52 Euro auf Rang vier. Das bedeutet eine Steigerung von 25 Prozent in nur viereinhalb Jahren. Spitzenreiter ist der Landkreis Harburg vor den Toren Hamburgs.

Wohnen in Göttingen wird immer teurer: Mietpreise in den vergangenen vier Jahren um 25 Prozent gestiegen

Wohnblöcke im Göttinger Stadtteil Grone.
Wohnblöcke im Göttinger Stadtteil Grone: Die durchschnittliche Netto-Kaltmiete stieg in der Uni-Stadt in den vergangenen vier Jahren um 25 Prozent auf 9,52 Euro. (Archivbild) © Bernd Schlegel

Das ergibt sich aus einer Auskunft des Bundesbauministeriums auf Anfrage des Bundestagsabgeordneten Victor Perli (Linke) aus Wolfenbüttel. Er sieht einen Zusammenhang mit der Regierungszeit von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zunächst in einer Koalition mit den Grünen und ab 2017 mit der CDU.

„Die mietenpolitische Bilanz von Stephan Weil ist katastrophal. „Sein Versprechen bezahlbaren Wohnraum zu sichern, hält der Realität nicht stand“, sagte Perli unserer Zeitung. „Die Mietpreisbremse ist schlecht umgesetzt worden und wirkungslos verpufft.“ Es sei kein Wunder, dass sich die explodierenden Mieten zu einem der dringendsten Probleme der Niedersachsen entwickelt hätten.

Zu den teuren Mieten kommen explodierende Energiepreise. Eine schleichende Enteignung für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen.

Bundestagsabgeordneter Victor Perli (Linke)

Der Linken-Abgeordnete forderte eine flächendeckende Begrenzung der Mietpreise. Allein auf eine Landeswohnungsbaugesellschaft zu setzen, löse keine Probleme für die Mieterinnen und Mieter, warnte Perli. „Zu den teuren Mieten kommen jetzt auch noch explodierende Energiepreise. Das ist eine schleichende Enteignung für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen.“

Mieten klettern in Niedersachsen seit dem Jahr 2013 um 40 Prozent

Nach der Erhebung des SPD-geführten Bundesbauministeriums befanden sich die teuersten Wohnungen in den Landkreisen Harburg und Lüneburg im südlichen Speckgürtel von Hamburg. Hier müssen die Mieter über zehn Euro pro Quadratmeter berappen. 2013 waren es noch 7,52 und 7,20 Euro. Auf Rang drei liegt der Kreis Stade mit 9,54 Euro.

Das Ministerium hat seiner Auswertung die Daten von drei Immobilienfirmen zugrunde gelegt. Diese basieren vor allem auf Inseraten in über 120 Internetplattformen und in Zeitungen. Untersucht wurden die Angebotsmieten ohne Nebenkosten für unmöblierte Wohnungen zwischen 40 und 100 Quadratmetern mit mittlerer Ausstattung in guter bis mittlerer Lage. (ymp)

Das Göttinger Bündnis „Gutes Wohnen für alle“ forderte einen „Qualifizierten Mietspiegel“ für die Uni-Stadt. Im Sommer 2021 fand in Göttingen eine Protestaktion gegen höhere Mieten und für mehr bezahlbare Neubauwohnungen statt.

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