Migrationszentrum der Diakonie: Helfer lernten Flüchtlingshilfe

Mit Freude dabei: Die Studentinnen Julia Heinemann (22) und Christina Haeseler (25) haben den Kurs für Flüchtlingsarbeit von Diakonieverband und Migrationszentrum absolviert. Foto: Kopietz

Göttingen. Sie wollen Flüchtlingen helfen, aber nicht ohne Vorbereitung: 36 Frauen und Männer haben während 38 Stunden eine intensive und besondere Ausbildung in Göttingen absolviert: Am Freitag wurde der erste Kurs zur Vorbereitung auf Flüchtlingsarbeit des Diakonieverbandes beendet.

„Es ist der Startschuss für das Engagement, was noch kommt“, sagte Superintendent Friedrich Selter im KAZ-Keller, wo er und die engagierte Kurs-Leiterin Indira Khalikova vom Migrationszentrum den Teilnehmern eine Blume und Urkunde überreichte.

Das sagen Teilnehmerinnen

Etwas tun wollen alle der vielen Frauen und wenigen Männer unter den 36 Kurs-Teilnehmern, die nun mit mehr Wissen über das Thema Flüchtlinge ausgestattet sind. Ihre Unsicherheit im Umgang mit Flüchtlingen ist einem stärkerem Selbstvertrauen gewichen, wie die 22-jährige Julia Heinemann sagt. Sie fühlt sich nun „einfach gut vorbereitet für die Tätigkeit mit Flüchtlingen“. Heinemann wollte an ihrem Studienort Göttingen etwas tun, „nicht ziellos, sondern mit Plan“.

Ähnlich ist es Christina Haeseler ergangen. Für die Jura-Studentin haben sich die Erwartungen voll erfüllt: So hat sie gelernt, wo in Göttingen etwas wie funktioniert, von zuständigen Behörden bis zu Hilfegebenden und Ansprechpartnern. „Uns wurden viele Fragen zur praktischen Hilfe beantwortet“, sagt die 25-Jährige. Aber sie und die 35 anderen Kursteilnehmer haben auch ihr Wissen vermehrt: von politischen Hintergründen über die Bedingungen einer Flucht bis zu den Asylrecht-Grundlagen.

Das haben sie gelernt

Unter dem Strich steht für alle Teilnehmer ein Ergebnis, das Haeseler ausspricht: „Man hat tiefere Einblicke und viel mehr Verständnis bekommen, vor allem für die Menschen.“ Julia Heinemann nennt das „Interkulturelles Kompetenztraining“. „Ich kann nun unbefangener, aber auch vorbereiteter auf die Menschen zu gehen“. Deutlich geworden ist ihr, dass Sympathie oder Antipathie kein Gradmesser sein darf. „Natürlich mag man manche lieber als andere, aber Hilfe benötigen alle.“

Für die Neu-Göttingerin Heinemann ist es wichtig, im Kurs unterschiedliche Menschen getroffen und kennengelernt zu haben: Als Studentin lebe sie ja in einer eigenen Welt. Im Kurs fühlt sie sich aber mittendrin: „Von Studi bis Rentner, Neu- bis Alt-Göttinger, war alles dabei. Wir haben uns toll ausgetauscht.“ „Und viel Spaß gehabt“, wie Haeseler ergänzt.

Friedrich Selter ist überzeugt, dass die Unterschiedlichkeit der Teilnehmer in die Hilfsarbeit einfließen wird: „Viele Gaben, ein Ziel – alle wollen für andere da sein, stellen sich der gesellschaftlichen Aufgabe, das ist wunderbar.“

Selter mahnte auch: Wenn Schwierigkeiten während der Hilfsarbeit auftauchten, dann sollten alle Helfer auch Hilfe annehmen. Das sei wichtig, um die Kraft und Motivation für die Aufgabe Flüchtlingsarbeit zu bewahren.

Von Thomas Kopietz

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