Fragen und Antworten

Milder Winter: Die Folgen für Tiere und Pflanzen

Winter sind zu mild: Die Mehlschwalbe verkürzt immer häufiger ihren Winter-Aufenthalt in Nordafrika und brütet stattdessen früher in Deutschland. Foto: nh

Göttingen. Der Winter ist diesmal gefühlt wie ein Frühling. Temperaturen mit durchschnittlich zehn Grad Celsius bestimmten das Dezemberwetter – auch über die Weihnachtstage. Und das hat Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt in Südniedersachsen.

Wie verhalten sich Tiere bei diesen warmen Temperaturen? 

Vögel und Säugetiere sowie Echsen profitieren erst einmal vom warmen Winterwetter. Grund: Die Tiere finden immer noch leicht etwas zu fressen. Amphibien wie Frösche und Molche sowie Säugetiere wie der Igel können deswegen noch oft angetroffen werden. Auch Eichhörnchen, die sich stets kurzfristig auf den Winter vorbereiten, haben jetzt mehr Zeit.

Verändert das den gewohnten Jahreszyklus der Tiere ?

Besonders bei den Zugvögeln ist zu beobachten, dass sie entweder ganz in Niedersachsen bleiben oder stark verspätet gen Süden ziehen. Mehlschwalben kehren inzwischen durchschnittlich zehn Tage früher aus Nordafrika nach Deutschland zurück als noch vor 30 Jahren. Jede dritte Vogelart brütet auch früher.

Zu dieser Jahreszeit sollten Insekten entweder erfrieren oder in Starre fallen. Nicht so in diesem Jahr: Sie schwirren weiter durch die Luft und sind dabei ein gefundenes Fressen für unter anderem Fledermäuse.

Welche Folgen sind in der Tierwelt zu erwarten?

Tiere sind gut angepasst an die milden Wetter-Verhältnisse. Viel schlimmer wäre es beispielsweise für einen Igel, zwischen zwei Kälteperioden aufzuwachen.

Da aber die natürliche Selektion kranker und schwacher Tiere durch den Winter ausbleibt, könnte es im kommenden Frühjahr mehr Wildschweine und Rehe geben.

Und wie sieht es für Insekten und Pflanzen aus?

Weniger rosig ist die Prognose für die Pflanzen- und Insektenwelt: Durch das nass-milde Wetter bildet sich Schimmelpilz besser aus – und der ist für überwinternde Insekten weitaus gefährlicher als die Winterkälte.

Das milde Klima lässt zudem bereits jetzt die ersten Blüten einiger Nuss- und Obstbäume, wie zum Beispiel die der japanischen Zierkirsche, sprießen. Bestäubende Insekten sind aber nicht vorhanden. Das kann auch Auswirkungen auf die Obsternte im kommenden Jahr haben.

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