Südniedersachsen

Milder Winter: Mehr Zecken unterwegs

Krabbeltier: Zecke auf der Haut. Foto: Patrick Pleul/dpa

Spaziergänger im Wald und auf Wiesen müssen in diesem Frühjahr besonders auf Zecken achten. Grund ist der Winter, der keiner war.

Er hat den kleinen Blutsaugern nach Expertenmeinung besonders gute Überlebenschancen geboten. Ein kleiner Teil der ein bis zwei Millimeter großen Spinnentiere überträgt die gefährlichen Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose.

Milder Winter

„Durch den relativ milden Winter wird die Fortpflanzung von Kleinnagern wie zum Beispiel Mäusen begünstigt“, sagte Holger Scharlach vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt der Deutschen Presse-Agentur. „Da unter anderem Mäuse als Wirtstiere für Zecken fungieren und Zecken generell bei milden Temperaturen besser überwintern können, ist ein Anstieg der Zeckenpopulation in diesem Jahr grundsätzlich möglich“, sagte der Sprecher in Hannover.

Elf FSME-Fälle

2019 sind seinen Angaben nach in Niedersachsen elf Fälle von FSME verzeichnet worden. Dabei sei in drei Fällen die Ansteckung nicht im Bundesland erfolgt. Die meldepflichtige Viruskrankheit greift die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Menschen an.

Schwerpunkt Emsland

Schwerpunkt in Niedersachsen war mit fünf Infektionen der Landkreis Emsland. Er ist seit 2019 als einziger Kreis im Land als FSME-Risikogebiet eingestuft ist. Es sei davon auszugehen, dass die fünf Patienten sich im Emsland infiziert hätten, sagte Scharlach. Derzeit falle aber kein anderer Landkreis oder keine kreisfreie Stadt unter die Kriterien für ein FSME-Risikogebiet.

Impfen in Risikogebieten

Die Ständige Impfkommission empfiehlt Bewohnern von Risikogebieten oder Besuchern, die dort in Kontakt mit Zecken kommen könnten, sich gegen FSME impfen zu lassen. Einzelne Fälle sind in den vergangenen Jahren auch im Elbe-Weser-Dreieck, in der Region Hannover, im Harz und bei Wolfsburg aufgetreten.

Borreliose: keine Impfung vorhanden

Keine Impfung gibt es gegen die Borreliose. Die Bakterienkrankheit verursacht Rötungen und grippeähnliche Symptome, kann aber auch Herz oder Hirn schädigen. Weil Borreliose nicht meldepflichtig ist, gebe es keine Informationen zu Fallzahlen, sagte Scharlach. „Es wird aber davon ausgegangen, dass Borrelien deutschlandweit und damit auch in Niedersachsen in bis zu 30 Prozent der Zecken vorkommen.“

Körper absuchen

Die winzigen Tiere lauern im Gras oder auf Zweigen, um auf Menschen oder Säugetiere überzuspringen. Nach Spaziergängen sollte man den Körper auf Zecken absuchen. Tiere, die sich bereits festgebissen haben, können mit einer Pinzette oder einer „Zeckenkarte“ vorsichtig entfernt werden. (dpa)

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