Bauablaufplanung soll bis Ende 2017 beschlossen werden

2,1 Milliarden für Neubau der Uni-Kliniken Göttingen und Hannover

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Altes Ding: Aus den 70er-Jahren stammt der Bau der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Hier der Blick von der Nordseite auf den riesigen Komplex. Hinten: die beiden Bettenhäuser. Für einen Neubau wird zuerst das Bettenhaus I (rechts) abgerissen und ersetzt. Das Land will 1,1 Milliarden Euro für einen Neubau des Klinikums bereitstellen.

Göttingen. Die Landesregierung in Hannover hat ein Ausrufezeichen für das Projekt Neubau Universitätsmedizin Göttingen (UMG) gesetzt: Das Land wird einen Sonderfinanzierungstopf anfüllen.

Daraus sollen sowohl der Neubau der UMG mit 1,1 Milliarden Euro, als auch der der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit einer Milliarde bezahlt werden.

Die Landesregierung plane ein Sondervermögen für die beiden Mega-Projekte zu bilden. Der Finanzminister wolle bald nach Haushaltsabschluss 2016 als Grundstock für das Sondervermögen einen „mittleren dreistelligen Millionenbetrag“ in den Topf einzahlen.

Das alles muss aber noch per Gesetz geregelt werden, ein solches werde vorbereitet und dem Landtag zeitnah vorgelegt. Das teilte die Göttinger Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta (SPD) am Donnerstag nach einer Sitzung des Finanz- und Haushaltsausschusses des Landtages mit.

„Entscheidend für ein solches Großbauvorhaben ist Planungssicherheit. Mit der Bildung eines Sondervermögens wird dafür das Fundament gelegt, jetzt kann konkret geplant werden“, so Andretta.

Nach Jahrzehnten der Vernachlässigung von Investitionen in die Bausubstanz sei der Sanierungsstau so groß geworden, dass ein kompletter Neubau für Andretta die wirtschaftlichste Lösung darstellt.

Der UMG-Vorstand sei aufgefordert worden, bis Ende Juni einen Masterplan über die konkrete Bauablaufplanung vorzulegen. Der werde dann geprüft und soll bis Ende 2017 beschlossen werden.

Die Abgeordnete sieht in der Information der Landesregierung im Ausschuss und dem Bilden eines Sondervermögens „ein starkes Signal für Göttingen“.

UMG-Vorstandssprecher Prof. Dr. Heyo Kroemer freut sich außerordentlich über das Signal aus Hannover: "Die Landesregierung hat den politischen Bedingungen für Umsetzung eines zukunftsfähigen Konzepts, für eine gesicherte Entwicklung der Universitätsmedizin, für deren Mitarbeiter und damit für die gesamte Region schaffen." Die UMG sei in einer außergewöhnlichen Situation, weil sie seit 40 Jahren keine neuen klinischen Gebäude gebaut hat. Der Investionsstau und bedarf sei deshalb enorm.

Nicht enthalten sei in dem genannten Volumen der als Bauabschnitt eins geplante Abriss des Bettenhauses I und dessen Neubau (Kosten etwa 150 Millionen Euro) auf dem Gelände des ehemaligen Überlaufbeckens sowie der Bau des Operationszentrums mit 18 Sälen (Kosten rund 90 Millionen Euro). Mit dem längst überfälligen Bettenhaus-Abriss soll eigentlich noch in diesem Jahr begonnen werden. In einer frühen Planung aus 2010 waren die Kosten für einen UMG-Neubau auf insgesamt etwa 800 Millionen Euro taxiert worden. Das Bettenhaus sollte nach damaliger Planung übrigens schon 2015 ans Netz gehen.

Die Abgeordnete ist sich sicher, dass das Geld gut investiert ist: „Die UMG gehört zu den Besten in Deutschland, nicht nur in der Forschung und Krankenversorgung. Sie ist darüber hinaus als Arbeitgeberin ein Jobmotor für ganz Südniedersachsen“.

Für die UMG arbeiten mehr als 8000 Beschäftigte. Sie ist damit der größte Arbeitgeber in Niedersachsen.

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