Ministerin stellt Investitionspaket für die Universitätsmedizin Göttingen vor

Geldspritze mit 80 Mio. Euro für Göttinger Uni-Klinik

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Freude über das Investitionspaket bei der Führung der Universitätsmedizin Göttingen: (von links) Prof. Dr. Heyo Kroemer, Wissenschaftsministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajic, Dr. Martin Siess und Dr. Sebastian Freytag.

Göttingen. Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) profitiert von einem besonderen Investitionspaket des Landes Niedersachsen. Von 2015 bis 2018 fließen zusätzlich etwa 80 Millionen Euro in die Einrichtung.

Allein 15 Millionen Euro davon sind für ein neues Bettenhaus, das ab 2016 entstehen soll. Das Land erhöht seinen Zuschuss für dieses wichtige Bauvorhaben auf insgesamt 135 Millionen Euro. Das machte Wissenschaftministerin Gabriele Heinen-Kljajic am Donnerstag in Göttingen deutlich.

Insgesamt ist das Investitionspaket 160 Millionen Euro schwer. Neben der Universitätsmedizin Göttingen wird davon auch die Medizinische Hochschule Hannover profitieren. Der Betrag soll gleichmäßig zwischen den beiden Standorten für Hochschulmedizin aufgeteilt werden. Das Geld soll in den Jahren 2015 bis 2018 fließen. Das Landeskabinett hatte das Investitionspaket kürzlich in einer Klausur beschlossen.

„Das anspruchsvolle Investitionspaket bewirkt, dass die UMG dringende Sanierungs- und Bauvorhaben anpacken kann“, sagte Heinen-Kljajic. Die Hochschulmedizin in Göttingen erhält damit aus Sicht der Ministerin eine gute Zukunftsperspektive. Neu ist nach Angaben der Wissenschaftsministerin die Tatsache, dass die Investitionen nun tatsächlich im Haushalt verankert sind. Die Vorgängerregierung habe zum Beispiel für den Neubau des ersten Bettenhauses zu wenig Geld bereitgestellt. Deshalb sei es bislang noch nicht zum Baustart gekommen.

Inzwischen haben die Arb

Hintergrund

Die UMG hat eine enorme Bedeutung für die Gesundheitsversorgung, aber auch für die Wirtschaft in der Region Südniedersachsen. Rund 7000 Beschäftigte arbeiten dort, hieß es am Donnerstag. 3600 Studierende absolvieren an der Uni-Medizin ihre Ausbildung. Jährlich werden dort mehr als 55.000 Patienten behandelt. Das Land Niedersachsen gibt die Wertschöpfung mit etwa 300 Millionen Euro jährlich an. Damit landet die UMG auf Rang 21 der größten Unternehmen in Niedersachsen, sagte Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Büdnis 90/Die Grünen).

Für den laufenden Betrieb der Uni-Medizin Göttingen stellt das Land derzeit 148,5 Millionen Euro jährlich bereit. Hinzu kommen acht Millionen Euro für Bauunterhaltung. Im Jahr 2012 warb die UMG bei Drittmittelgebern 49 Millionen Euro für Forschungsprojekte ein. (bsc)

eiten auf dem UMG-Gelände bereits begonnen. In einem ersten Schritt entsteht ein neuer Entwässerungskanal. Nach dem Bettenhaus soll auch ein neuer Operationstrakt in Angriff genommen werden. Für die Planung dieses Projekts sind schon jetzt neun Millionen Euro für 2017 und 2018 vorgesehen. Insgesamt wird der OP-Neubau etwa 80 bis 90 Millionen Euro kosten.

UMG-Chef Kroemer lobt Investitionen Göttingen

Der Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist froh über die millionenschwere Finanzspritze des Landes Niedersachsen. Das machte Vorstandssprecher Prof. Dr. Heyo Kroemer deutlich. „Dies ist ein guter Tag für Göttingen und die Universitätsmedizin“, sagte Kroemer am Donnerstag. Das Geld aus dem Zusatzprogramm benötige die UMG dringend, um die notwendigen Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten am 40 Jahre alten Gebäudekomplex realisieren zu können.

„Wir sind jetzt in der Lage, die Grundfunktionalitäten universitärer Medizin in Göttingen weiter erfüllen zu können. Zudem verschaffen uns diese, jenseits laufender und geplanter Baumaßnahmen zur Verfügung gestellten Gelder deutlich mehr Planungssicherheit.“ Das Land habe damit ein klares Signal zur Zukunftssicherung des Standortes Göttingen gegeben. „Über diese Unterstützung trotz der schwierigen Haushaltslage des Landes freuen wir uns natürlich sehr,“ sagte Kroemer.

Die bauliche Infrastruktur der Universitätsmedizin ist teilweise veraltet und der Investitionsbedarf hoch. Über die Bauprojekte Bettenhaus und OP-Trakt hinaus muss unter anderem die Kinderintensiv- und die Intensivstation für Frühgeborene erneuert werden: Dort sind die Räume eng, die Bewegungsfreiheit zwischen den lebenserhaltenden Geräten ist zu gering. Um Infektionen vorzubeugen, müssen Kinder auf der Intensivstation besser isoliert werden können.

Zudem sind die Kälteerzeugungstechnik und die Stromversorgung veraltet und entsprechen nicht mehr den Anforderungen. Auch das Trinkwassernetz in den Gebäuden der UMG entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Lange Bauphase Insgesamt werden nach Schätzungen gut 800 Millionen Euro für die Sanierung der gesamten Universitätsmedizin benötigt. Mit den derzeit geplanten Projekten ist etwa ein Drittel dieser Summe erreicht.

Der UMG-Vorstand geht derzeit davon aus, dass die Sanierung beziehungsweise der Neubau aller UMG-Bereiche bis zum Ende des kommenden Jahrzehnts dauern wird. (bsc)

www.med.uni-goettingen.de

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