1,6 Millionen Euro für Zitatforschung

Bildungsministerium fördert Nachwuchsgruppe Göttinger Altertumsforscher

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Hort des Wissens: Die Staats- und Universitätsbibliothek im Göttingen. Für die Zitatforschung gibt es 1,6 Mio. Euro.

Göttingen. Eine Nachwuchsgruppe der Altertumswissenschaftler an der Uni Göttingen erhält in den nächsten vier Jahre 1,6 Millionen Euro vom Bildungsministerium.

Das Geld ist für die Erforschung historischer Zitate gedacht. Das teilte die Uni am Freitag mit.

„Veni, vidi, vici“ lautet ein bis heute bekanntes Zitat Julius Cäsars. Wie und warum Textinhalte zitiert, paraphrasiert oder übersetzt worden sind, erforschen Altertumswissenschaftler und Informatiker in der neuen Nachwuchsgruppe „electronic Text Reuse Acquisition Project (eTRAP)“ am Göttingen Centre for Digital Humanities in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Informatik. Dafür werten sie große Datenmengen von digitalisierten historischen Texten aus. Ziel ist es, Methoden und Veränderungen der Wiederverwendung von Inhalten im jeweiligen Kontext aufzuzeigen.

Das interdisziplinäre Forscherteam untersucht das sprach- und literaturwissenschaftliche Phänomen des Text Re-use insbesondere in historischer Perspektive. Wie zitierten und übersetzten Autoren seit der Antike sich gegenseitig, um Wissen und Debatten zu überliefern und zu verbreiten? Was unterscheidet Aussprüche wie „Geld stinkt nicht“ oder „Veni, vidi, vici“, die bis heute überliefert sind, von anderen, die nicht weiter zitiert wurden? Wie variieren Stil und Ausdrucksform der Zitate und Übersetzungen, wenn sich zum Beispiel das Zielpublikum, die Gefühlslage oder der kulturelle Raum verändern, und was verraten diese Veränderungen über die Intention des Autors? „Um die Prozesse der Wiederverwendung grundlegend zu analysieren, werten wir große Datensätze von Texten in Altgriechisch, Deutsch, Englisch, Italienisch und Latein aus“, so Dr. Marco Büchler, Leiter der Nachwuchsgruppe. „Hierzu haben wir bereits umfassende Werkzeuge entwickelt, in deren Anwendung wir auch andere Interessierte schulen.“

http://etrap.gcdh.de

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