Untersuchungen mit Medikamenten

1,8 Millionen für Studie an der Uni-Medizin: Bessere Chance nach Herzklappenverengung

Forschen am Herzen zum Thema Herzklappenverengung und Medikamente: Prof. Miriam Puls (links) und Prof. Elisabeth Zeisberg, Universitätsmedizin Göttingen (UMG).
+
Forschen am Herzen zum Thema Herzklappenverengung und Medikamente: Prof. Miriam Puls (links) und Prof. Elisabeth Zeisberg, Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

Forscher aus dem Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), der UMG-Klinik für Kardiologie und Pneumologie sowie Wissenschaftler aus 17 weitere Zentren in Deutschland wollen einer weit verbreiteten Herzkrankheit den Schrecken nehmen.

Göttingen – Die Verengung der Aortenklappen, die Aortenklappenstenose, ist die häufigste Herzklappenerkrankung im höheren Erwachsenenalter.

Dabei kann das Blut nicht mehr ausreichend in den Körper gepumpt werden. Die Folgen sind starke Brustschmerzen und Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit. Zudem wird gesundes Herzgewebe durch funktionsloses Bindegewebe ersetzt und der Herzmuskel verhärtet. Eine chronische Herzschwäche ist die Folge.

Diese krankhafte Vermehrung von Bindegewebe lässt sich offenbar durch den Ersatz der Klappe nicht vollständig zurückbilden. Das Ausmaß verlangsamt aber die Erholung des Herzens und spielt eine wichtige Rolle für die Überlebenswahrscheinlichkeit und die Prognose der Patienten, das fanden Forscher und Ärzte am UMG-Herzzentrum bereits von 2017 bis 2019 heraus. So steht also – noch – das Fazit: „Für die Schädigung des Herzmuskels durch eine Aortenklappenverengung gibt es derzeit keine Therapie, die über den Herzklappenersatz und die Hoffnung auf spontane Erholung hinausgeht, wie Prof. Miriam Puls, geschäftsführende Oberärztin der UMG-Kardiologie, sagt. Dabei soll es nicht bleiben: „Wir wollen nun prüfen, ob eine zielgerichtete Behandlung der Herzmuskelfibrose mit anti-fibrotischen Medikamenten erfolgreich ist.“

Instrument ist dabei auch eine Studie, die Anfang Oktober 2021 gestartet ist und bis Ende Juni 2025 läuft. Erste Patienten werden ab Anfang 2022 in die Studie aufgenommen. Sie prüfen nun erstmals eine ergänzende medikamentöse Therapie zur Behandlung von Herzmuskelfibrose, um das Langzeitüberleben von Patienten nach TAVI zu verbessern. Das Vorhaben REDUCE-MFA-DZHK 25 wird vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf--Forschung (DZHK) mit 1,8 Millionen Euro gefördert. Das Projekt leiten die Professorinnen Miriam Puls und Elisabeth Zeisberg,

In der Studie sollen zwei Medikamente näher auf Wirksamkeit bei Herzmuskelfibrose untersucht werden: Spironolacton ist seit langem zugelassen, kommt bereits bei genereller Herzschwäche zum Einsatz, wurde bislang aber nicht für Aortenklappenverengungen erforscht. Dihydralazin ist neu für das Anwendungsgebiet. Das Medikament gilt als gut verträglich und wird für die Behandlung von Bluthochdruck verschrieben.

So hat die Arbeitsgruppe „Kardiales Stroma“ unter Leitung von Zeisberg erkannt, dass Dihydralazin in sehr geringer Dosierung offenbar in der Lage ist, Organ-Fibrosierung zu behandeln.

Der Direktur der UMG-Klinik für Kadiologie, Prof. Gerd Hasenfuß, hält die Studie für „sehr wichtig“, freut sich deshalb außerordentlich über die Förderung. Er betont, dass alle klinischen und wissenschaftlichen Grundlagen für die Studie auf Forschungsergebnissen aus dem Herzzentrum Göttingen beruhen.

„Im Falle einer Bestätigung der erwarteten Ergebnisse hätten wir ein neues personalisiertes Behandlungsverfahren für TAVI-Patienten mit einem hohen Grad der Fibrose und hohem Risikopotential entwickelt.“ Die positive Folge nennt Elisabeth Zeisberg: Die Medikamente könnten zu einer verbesserten Erholung des Herzens von der Herzklappenerkrankung und somit zu einer verbesserten Lebensqualität führen“ (Thomas Kopietz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.