3,7 Millionen für Teilchenforscher sollen Physik revolutionieren

Riesending: Der Teilchenbeschleuniger am CERN-Forschungsinstitut in Genf brachte bisher eine bahnbrechende Entdeckung – das sogenannte Higgs-Teilchen. Foto: dpa

Göttingen. Freude bei den Forschern des II. Physikalischen Instituts der Universität Göttingen: Sie erhalten für die Arbeit 3,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Das Geld soll dabei helfen, über die Datenauswertung von Experimenten am Teilchenbeschleuniger CERN in Genf revolutionäre Ergebnisse für die Physik zu erreichen. Und die Göttinger Forscher rechnen schon jetzt mit bahnbrechenden Resultaten: „Mit einem qualitativen Durchbruch in der Higgs-Physik und damit in unserem Verständnis der Natur“, wie Prof. Stan Lai sagt, der kürzlich nach Göttingen berufen wurde.

Das Geld kommt rechtzeitig, denn am CERN in Genf wurde nach langer Pause der Large Hadron Colliders (LHC) wieder gestartet. Die Göttinger Physiker sind an dem europäischen Teilchenbeschleuniger beteiligt, forschen dort.

Das BMBF fördert die Einrichtung eines neuen bundesweiten Forschungsschwerpunktes. Wissenschaftler des II. Physikalischen Instituts der werden auch dafür mit etwa 3,7 Millionen Euro unterstützt – in den Göttinger Arbeitsgruppen der Professoren Stan Lai, Arnulf Quadt, Ariane Frey und Steffen Schumann.

Prof. Arnulf Quadt, 2. Physikalisches Institut Universität Göttingen

Im Forschungsschwerpunkt „FSP-103 Physik bei höchsten Energien mit dem Atlas-Experiment am LHC“ werden in den kommenden drei Jahren auch neue Untersuchungsmöglichkeiten am Atlas-Experiment, Entwicklungsarbeiten für die in wenigen Jahren anstehende Aufrüstung des LHC, begleitende Theorieprojekte sowie die Vorbereitung des Belle-II-Experimentes in Japan gefördert.

Das BMBF finanziert insbesondere den Bau und die Entwicklung von Detektorkomponenten des Atlas-Großdetektors für die Experimente am CERN sowie die Auswertung der Atlas-Daten.

„Der Forschungsschwerpunkt 103 soll im nationalen Verbund die Aktivitäten von 15 deutschen Universitäten – darunter der Uni Göttingen – des Deutschen Elektronensynchrotrons (DESY) und des Max-Planck-Instituts für Physik in München bündeln“, erklärt Prof. Arnulf Quadt, Sprecher des Göttinger Atlas-Projektes. Ziel sei auch eine optimale Analyse der aus dem Neustart des LHC resultierenden Daten. „Weil der LHC nun mit beinahe doppelter Energie läuft, hat sich die Datenmenge enorm vergrößert.“

Und was wird am Ende dabei herauskommen? „Die neuen Daten werden uns schnell erlauben, die zugrundeliegende Physik sowie die Eigenschaften des Higgs-Teilchens noch genauer zu untersuchen“, erklärt Arnulf Quadt.

Die Göttinger Physiker beschäftigen sich auch mit der Physik des Top-Quarks, der Physik des Higgs-Bosons und der Entwicklung von Pixeldetektoren zur Vermessung der in den Kollisionen entstehenden Teilchen sowie mit Computerverfahren im Atlas-Projekt. (pug/tko)

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