Landgericht Göttingen

Millionenstreit der IT-Dienstleister -  Unternehmen fordert knapp 24 Millionen Euro Schadenersatz

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Der millionenschwere Rechtsstreit zwischen den beiden Göttinger IT-Dienstleistungsunternehmen Sycor GmbH und Arineo GmbH weitet sich aus.

Göttingen – Jetzt hat auch die Näder Beteiligungs GmbH als Sycor-Inhaberin das Konkurrenzunternehmen und deren Geschäftsführer Dr. Marko Weinrich vor dem Landgericht Göttingen verklagt.

Vorwurf: Gezieltes Abwerben von Mitarbeitern

Nach Angaben von Unternehmenssprecher Mark C. Schneider beläuft sich die Forderung auf „mindestens 23,8 Millionen Euro“. Dieser Schaden sei der Näder Beteiligungs GmbH „durch rechtswidriges Handeln früherer Manager ihrer IT-Tochter Sycor GmbH entstanden, die heute für die Arineo GmbH arbeiten“. 

Das Unternehmen wirft den Beklagten vor, dass durch „deren gezieltes Abwerben von Führungskräften und Mitarbeitern“ ein geplantes Gemeinschaftsunternehmen mit der IT-Dienstleistungstochter des Münchner Unternehmens Allgeier AG geplatzt sei.

Beklagter wirft Vorwürfe zurück

Die Arineo GmbH wies in einer Stellungnahme diese Vorwürfe zurück. „Auch in dieser Klage wird lediglich anhand von haltlosen Behauptungen und Mutmaßungen eine Geschichte konstruiert, die ganz offensichtlich vom Versagen der Geschäftsführung der Sycor GmbH ablenken soll“, erklärte Geschäftsführungsmitglied Martin Renker. „Insofern sehen wir auch diesem neuen Angriff sehr gelassen entgegen.“

Kläger wirft rechtswidriges Vorgehen vor

Im vergangenen Oktober war vor dem Arbeitsgericht Göttingen eine Güteverhandlung zu einer anderen Klage gescheitert. Die Sycor GmbH hatte die im Dezember 2018 gegründete Arineo GmbH sowie sieben frühere Sycor-Mitarbeiter auf Unterlassung, Auskunft sowie Schadensersatz in Höhe von 8,7 Millionen Euro verklagt. 

Die einst aus der IT-Abteilung der Otto-Bock-Firmengruppe entstandene Firma wirft dem neuen Player vor, in wettbewerbswidriger Weise Mitarbeiter und Kunden abgeworben zu haben. Die Geschäftsführung der Arineo GmbH wies die Forderungen als unbegründet zurück.

Rechtsstreit an Landgericht Göttingen verwiesen

Diese Frage ist inzwischen rechtskräftig entschieden: Das Arbeitsgericht hat sich in einem Beschluss für unzuständig erklärt und den Rechtsstreit an das Landgericht Göttingen verwiesen. Dieses muss nun darüber entscheiden, ob die Abwerbemaßnahmen tatsächlich einen Verstoß gegen wettbewerbsrechtliche Vorschriften darstellen oder nicht. Außerdem muss es sich nun auch mit der zweiten Klage befassen. 

Von Heidi Niemann

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