Göttingen

Millionenstreit zwischen Göttinger IT-Dienstleistern: Sycor und Arineo wollen Einigungsmöglichkeit ausloten

Die beiden Göttinger IT-Dienstleister Sycor und Arineo streiten vor dem Landgericht.
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Die beiden Göttinger IT-Dienstleister Sycor und Arineo streiten vor dem Landgericht.

Die beiden Göttinger IT-Dienstleister Sycor und Arineo streiten vor dem Landgericht Göttingen. Es geht um mehrere Millionen Euro. Der Vorwurf: sittenwidriges Verhalten.

Göttingen – Haben frühere Manager des Göttinger IT-Dienstleistungsunternehmens Sycor sittenwidrige Verhaltensweisen an den Tag gelegt, um Sycor-Mitarbeiter und Kunden für ihr neu gegründetes Konkurrenzunternehmen Arineo abzuwerben? Ist dadurch ein geplantes Joint Venture mit der IT-Dienstleistungstochter des Münchner Unternehmens Allgeier AG geplatzt?

Falls ja, welcher Schaden ist dadurch entstanden? Um diese Fragen dreht sich ein Rechtsstreit, der derzeit am Landgericht Göttingen anhängig ist. Die Näder Beteiligungs GmbH, zu der auch Sycor gehört, hat dort das IT-Unternehmen Arineo und deren Geschäftsführer Dr. Marko Weinrich auf Schadensersatz in Höhe von mindestens 23,8 Millionen Euro verklagt.

Am Montag, 28. Juni, fand dazu zunächst eine Güteverhandlung statt. Ergebnis: Beide Seiten wollen innerhalb der nächsten zwei Wochen ausloten, ob der Rechtsstreit durch einen Vergleich beigelegt werden kann.

Millionenstreit zwischen Sycor und Arineo: Richter empfiehlt „gütliche Beilegung“

Damit folgen sie einer Empfehlung des Vorsitzenden Richters Michael Gebehenne. Dieser hatte zuvor dargelegt, welche rechtlichen Probleme der Fall aufwirft. Da es bislang keine Rechtsprechung zu einer solchen Konstellation gebe, könnte der Streitfall möglicherweise durch alle Instanzen bis zum Bundesgerichtshof wandern.

Außerdem sei zu bedenken, welche Wirkung der Streit bei den Kunden und auf das Ansehen der beiden Firmen haben könnte. „Durch eine gütliche Beilegung ließen sich solche unerwünschten Nebeneffekte vermeiden“, sagte Gebehenne.

Millionenstreit zwischen Sycor und Arineo: Diverse rechtliche Probleme

Der Vorsitzende Richter verwies auf diverse rechtliche Probleme. Die von den Klägern erhobenen Vorwürfe des wettbewerbs- und sittenwidrigen Verhaltens müssten beweisbar sein, anderenfalls handele es sich um einen Konkurrenzkampf zwischen zwei Firmen.

Es stelle sich auch die Frage, ob das Joint Venture tatsächlich zustande gekommen wäre, wenn es keine Abwerbungen gegeben hätte. Das entscheidende Problem sei aber die Schadenshöhe.

Über diese Frage werde jedoch die Kammer für Handelssachen am Göttinger Landgericht entscheiden. Dort ist ein weiteres Verfahren anhängig, in dem die Firma Sycor als Kläger auftritt. Auch hier geht es um Schadensersatz in Millionenhöhe. (Heidi Niemann)

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