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Trendsport DiscGolf wächst in Göttingen: Wenn bunte Scheiben im Korb rasseln

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Von: Thomas Kopietz

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 Ein Bahn wie beim Golf, nur das Einlochen geschieht mit Frisbee-Scheiben statt Ball und Ziel ist ein mit Ketten bestückter Korb. Das ist der Trendsport DiscGolf. Mischa Lumme (Leitungsteam Hochschulsport) und Tom Hennigs (Hochschulsport-Mitarbeiter) werfen die Scheiben auf den Korb.
Treffer! Eine Bahn wie beim Golf, nur das Einlochen geschieht mit Frisbee-Scheiben anstatt mit Ball - und Ziel ist ein mit Ketten bestückter Korb. Das ist der Trendsport DiscGolf. Mischa Lumme (Leitungsteam Hochschulsport) und Tom Hennigs (Hochschulsport-Mitarbeiter) werfen die Scheiben auf den Korb. © Thomas Kopietz

Eine junge Sportart wächst in Göttingen: Grund dafür ist eine beliebte Anlage auf dem Uni-Sportgelände, gefördert von Hochschulsport und einem neuen Verein.

Göttingen - Sie brauchen keine Golf-Bag, keinen Caddy und Golf-Cart - und keine teure Markenkleidung: Discgolfer tragen ihr Spielgerät, ein Set mit Frisbee-Scheiben, im Rucksack und erledigen alles in lässiger Freizeitsportkleidung – nämlich das „Einlochen“ ihrer Frisbees in Zielkörben am Ende einer Bahn auf dem DiscGolf-Court des Hochschulsports am Uni-Sportgelände.

Es klackt und rasselt metallisch, wenn die kleine, schwere Putting-Scheibe im Korb mit dem leuchtend gelben Ring einschlägt. „Ein schönes Geräusch, oder?“, fragt Mischa Lumme aus dem Leitungsteam Hochschulport, der einige Bahnen mit Mitarbeiter Tom Hennigs spielt. Die Löcher, also die Körbe, in denen die Scheiben nach dem Flug landen müssen, sind weitläufig auf dem Uni-Sportgelände verteilt. Jetzt sind zu den vorhandenen zwölf Bahnen weitere zehn neue dazugekommen.

Scheiben werfen und Spaß haben

Mischa Lumme freut sich darüber: „Die Bahnen sind seit 2016 immer besser angenommen worden.“ So kämen stetig mehr DiscGolfer, um die Scheiben zielgerichtet fliegen zu lassen, sich dabei locker zu bewegen und einfach nett miteinander zu reden. Darunter sind „totale Anfänger“ und „echte Profis“, wie Tom Hennigs sagt, der im Hochschulsport arbeitet, auch Material ausleiht. Praktisch ist, dass Leute, die das DiscGolfen ausprobieren wollen, sich keinen eigenen Scheibensatz kaufen müssen, es gibt sie am Gelände in einem Container, der My.Box, zu leihen.

10 neue Bahnen

Der Trendsport Disc-Golf hat in Göttingen „großes Potenzial“ wie Mischa Lumme sagt. Denn mittlerweile hat sich aus einer Community, die die Bahnen am Uni-Sportgelände regelmäßig nutzte, auch ein Verein gegründet: DiscGolf-Club Göttingen. Der gab denn auch den Impuls für die Erweiterung der Anlage – und die Aktiven fassten beim Auf- und Ausbau der Bahnen kräftig mit an. So waren sie kürzlich im Waldstück östlich des Uni-Sportgeländes präsent, wo ebenfalls Körbe aufgestellt wurden. Der Hochschulsport übernahm die Kosten von überschaubaren 15 000 Euro für die Erweiterung.

Mehr Betrieb am Wochenende

Die Bahnen am Ini-Sportgelände sind während der Woche tagsüber selten stark belegt, eher in den Abendstunden. Und am Wochenende kann es schon einmal zu Wartezeiten an den Abwurfzonen kommen. „Aber dann kann man ja wie beim Mini-Golf überholen“, kennt Mischa Lumme einen Ausweg.

Eher selten komme es zu Konflikten mit anderen Sportlern, wenn die Scheiben allzu knapp an Sportelnden oder Zuschauenden vorbeisegeln. Aber die Disc-Golfer sollten vorsichtig ihre Bahnen ziehen, bei weiteren Abwürfen per Ruf potenziell gefährdete anderer Sportler davor warnen, dass eine Scheibe im Anflug sein könnte.

Kein Problem während der Pandemie

Zur Popularität beigetragen hat auch, dass DiscGolf in den Corona-Auflagen nicht als Ballsportart geführt wurde. „Man kann ja auch gut Abstand halten“, sagt Mischa Lumme. „Gerade während der Pandemie war DiscGolf eine der wenigen Sportarten, die bei uns möglich waren“, erinnert sich Dr. Arne Göring aus der Leitung des Hochschulsports. Auch in einer Zeit, als die heute mit Hunderten Rädern gefüllten Fahrradständer leer waren.

Doch bereits vor der Pandemie war die 2016 eröffnete Anlage ein Geheimtipp unter den Discgolfern. Der abwechslungsreiche Parcour auf dem schönen wie weiträumigen Uni-Sportgelände ist ideal für alle – vom erfahrender Discer bis zu Familien, die die kostenfrei nutzbare Anlage ausprobieren und – was zu beobachten ist – ihn in den für Kinder sonst oft langweiligen Sonntagsspaziergang regelmäßig integrieren. Arne Göring jedenfalls freut sich über diese Entwicklung und die Erweiterung, ist doch so „eine frei nutzbare Sportanlage“ entstanden, die „niederschwellig zum Sporttreiben einlädt“ – sowohl für Einzelne als auch in kleinen Gruppen.

Sport für die ganze Familie

Aktuell sind die zehn neuen Bahnen mit temporären Abwurfmarkierungen und fest platzierten Körben noch provisorisch. „Der Discgolf Club arbeitet an der Beschilderung der Bahnen sowie einer neuen Übersichtskarte“, ergänzt Garrett Hubing vom Club. Hubing ist übrigens auch gerne mit seinen Kindern auf der Anlage.

In Göttingen hat auch die SPD-Fraktion im Stadtrat gemerkt, dass DiscGolf ausbaufähig ist. Sie hat im Sportausschuss bereits gefordert, Flächen für einen Court mit 18 Bahnen vorzuschlagen. Dabei gibt es einen solchen längst – auf dem Uni-Sportgelände.

Für Mischa Lumme und Tom Hennigs war der Fototermin für die HNA letztlich eine angenehme aktive Pause, die „einfach Spaß gemacht hat“. Und dann rasseln wieder die Fang-Ketten im knallgelben Korb: Treffer. Ein Birdie, also ein „Dreier“ auf einer Par-Vier Bahn. Das Zählen ist dann wieder wie beim großen Golf-Sport. Und am Ende gewinnt der mit den geringsten Schlägen, falsch: Würfen. (Thomas Kopietz)

Abwurf an Bahn 1 auf dem Uni-Sportgelände: Tom Hennigs zieht dynamisch durch – die Scheibe fliegt gen Ziel. DiscGolf ist ein Sport für Jedermann.
Abwurf an Bahn 1 auf dem Uni-Sportgelände in Göttingen: Tom Hennigs zieht dynamisch durch – die Scheibe fliegt gen Ziel. DiscGolf ist ein Sport für Jedermann. © Thomas Kopietz

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