Nachhaltige Lieferung auf „Letzter Meile“

Der Grünfuchs liefert umweltfreundlich Pakete in Göttingen

Das Projekt SLAM – ein nachhaltiger Paketdienst – wird in Göttingen starten. Susanne Heller von Pro City sowie Ideengeber und Projektentwickler Felix Dossmann präsentieren den „Grünfuchs“ samt Stofftier und Paket mit Grünfuchs-Aufkleber sowie einem E-Transporter.
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Grünfuchs im gelben E-Lieferauto: Das Projekt SLAM – ein nachhaltiger Paketdienst – startet in Göttingen. Susanne Heller von Pro City sowie Ideengeber und Projektentwickler Felix Dossmann präsentieren den „Grünfuchs“ samt Stofftier und Paket mit Grünfuchs-Aufkleber sowie einem E-Transporter.

Die Händervereinigung Pro-City und Unternehmer Felix Dossmann starten in Göttingen einen nachhaltigen Lieferdienst mit E-Rädern und E-Transportern.

Um die Göttinger Innenstadt vom Lieferverkehr zu entlasten, haben der Unternehmer Felix Dossmann und der Verein Pro City das Projekt „SLAM“ (Sustainable Last Mile oder „Nachhaltige letzte Meile“) auf den Weg gebracht (die HNA berichtete). Noch in diesem Jahr sollen bereits die ersten Pakete vom neuen Göttinger Paketdienst „Grünfuchs“ ausgeliefert werden.

„Die Idee und die Forderung nach einer nachhaltigen Innenstadt-Logistik ist nicht neu“, sagte die Pro City-Vorsitzende Susanne Heller am Donnerstag beim Sommerempfang des Fördervereins. „Neu ist allerdings, dass diese Idee in Göttingen nun kurz davorsteht, Wirklichkeit zu werden.“ Beim Projekt SLAM gehe es darum, die letzte Meile, die Pakete bis zu ihrem Empfänger zurücklegen, nachhaltiger zu organisieren.

„Anstatt dass die sieben großen Lieferdienste jeweils mit ihren eigenen Fahrzeugen die Fußgängerzone bis in den späten Nachmittag hinein befahren, werden die Pakete bei einem Göttinger Dienstleister gebündelt und von dort aus mit Elektrofahrzeugen und E-Lastenfahrrädern an ihren Bestimmungsort gefahren“, beschrieb Heller das Szenario. „Und wenn die Liefer-LKW der Paketdienstleister nicht mehr in die Fußgängerzone fahren und diese blockieren, wird dies die Aufenthaltsqualität dort erheblich verbessern.“

Wie nah man dem Ziel schon ist, zeigte die Tatsache, dass Projektinitiator Felix Dossmann und Pro City am Donnerstag schon den mit Grünfuchs-Logo und entsprechender Werbung beklebten Prototypen ihres elektrisch angetriebenen Auslieferungsfahrzeuges präsentieren konnten. Mit einem Hersteller für Lastenfahrräder, die bis zu einer Europalette oder 500 Kilogramm Gewicht transportieren können, stehe man in engem Kontakt.

Und Dossmann ist noch weiter in seinen Planungen fortgeschritten: „Außerdem habe ich mir vor einigen Tagen erst in Bremen Roboter angeschaut, die die Pakete auf kleinstem Raum nach unterschiedlichen Vorgaben flexibel sortieren können“, berichtete er. Jetzt sei man nur noch auf der Suche nach einer passenden Halle, wo dieser Roboter den Dienst verrichten und von wo aus die Innenstadtkunden dann beliefert werden können.

Interessant werden könnte die „Grünfuchs-Idee“ auch für die Innenstadt-Einzelhändler und ihre Kunden. „Wer möchte, kann ein soeben gekauftes Produkt noch am selben Tag für einen attraktiven Preis nach Hause liefern lassen, anstatt es durch die Stadt schleppen zu müssen“, sagte Felix Dossmann.

Dafür müsse der Einzelhändler das Paket nur bis 14 Uhr per App beim Göttinger Paketdienst anmelden. „Wir sind fest davon überzeugt, dass die Menschen sehr schnell sehen werden, dass der lokale Einzelhandel noch schneller sein kann als der größte Onlineshop“, so Dossmann.

„Mit diesem Konzept, mit diesem Tempo und mit der Unterstützung und dem Zuspruch, den wir von allen Seiten erfahren haben, sind wir nicht nur Vorreiter für Göttingen“, betonte Susann Heller. „Damit können wir sogar Vorreiter für ganz Deutschland sein.“ Dank dem fixen „Grünfuchs“, von dem auch Oberbürgermeister überzeugt ist. Der Sozialdemokrat hätte sich nur den „passenderen Namen Rotfuchs“ gewünscht, wie er scherzte. (Per Schröter)

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